Wo Gemeinschaftsschule draufsteht, muss auch Gemeinschaftsschule drin sein!
Die SPD steht zum Gedanken des längeren gemeinsamen Lernens. Jedes Kind soll unabhängig von seiner Herkunft gleiche Chancen für seine persönliche Entfaltung und berufliche Lebensperspektiven haben. Das Leitprinzip muss also individuelle Förderung sein, und in diese Förderung müssen die Energien und Ressourcen des Bildungssystems fließen, nicht in eine Sortierung der Kinder. Das gilt für vorschulische wie schulische Bildung und muss bereits in der Lehrerausbildung angelegt werden. Das betrifft aber auch die Arbeitsbedingungen aller im Bildungsbereich tätigen Professionen.
Die Schulgesetznovelle, die CDU und FDP vor einem Jahr gegen breite Proteste durchgezogen haben, trägt jetzt ihre faulen Früchte. Das Ministerium lässt die Schulen mit der Umsetzung des Schulgesetzes allein, während der Minister offensichtlich schon dabei ist, sein Büro aufzuräumen. Und die Leidtragenden sind wie immer die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern, die sich gerade wegen des längeren gemeinsamen Lernens ohne Sortierung nach dem Schema: ,,die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen" für das Modell „Gemeinschaftsschule" entschieden haben. Es darf nicht dazu kommen, dass unter dem Etikett „Gemeinschaftsschule" kooperative Modelle laufen, in denen as dreigliedrige Schulsystem fröhliche Auferstehung feiert, wie es die FDP offen fordert.
Bildungsminister Dr. Klug und seine Partei wollen zurück zur ausgrenzenden Dreigliedrigkeit und tragen mit dem neuen Schulgesetz Unfrieden in die Schulen. Bis Mai können wir daran nichts ändern. Wenn die Wählerinnen und Wähler uns den Auftrag geben, werden wir nicht zulassen, dass dieser Unfrieden darüber hinaus währt.
