Gegenseitiges Kennenlernen in Wentorf
Matthias Heidelberg hatte für seinen Gast einen Übersichtsplan über die Gemeinde Wentorf herausgelegt und begann das Gespräch mit einem Überblick über die Entwicklung der Gemeinde in den vergangenen Jahren - vom Umgang mit den ehemaligen Bundeswehrflächen, bis 1994 war Wentorf Garnisonsgemeinde, über das Gewerbegebiet am Südring bis hin zu den anstehenden Baugebieten (Langer Asper und Bauernvogtkoppel) und Bauvorhaben. Heidelberg lobte die Entscheidungsträger der 1990er Jahre: „Was Wentorf durch den Abzug der Bundeswehr verloren hat, wurde durch den klugen Umgang mit den frei werdenden Flächen mehr als wettgemacht."
Thema waren auch die Institutionen und Projekte, die bereits heute eine Klammer zwischen Wentorf und den Südstormarner Kommunen darstellen: Das gemeinsame Mittelzentrum beispielsweise. Matthias Heidelberg: „Nach anfänglicher Euphorie traten erste Probleme auf, die sind aber gelöst und jetzt befinden wir uns auf einem guten Weg." Oder die AWSH, die Abfallwirtschaft Südholstein GmbH, die von den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn mit der Aufgabe der Abfallentsorgung beauftragt ist. Habersaat: „Ein sehr erfreuliches Beispiel für ein kreisübergreifendes Gemeinschaftsprojekt." In die gleiche Kategorie ordneten Heidelberg und Habersaat auch das E-Werk Sachsenwald ein.
Besonders interessiert ist Martin Habersaat, der bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion ist, immer an den regionalen Bildungslandschaften. Hier gibt es in Wentorf viel zu erzählen, die Gemeinde wird in den kommenden Jahren mit einem „Kinderzentrum" ein Vorzeigeprojekt realisieren: drei U3-Gruppen, vier Kita-Gruppen und eine fünfzügige Grundschule werden neu gebaut. Auch Regionalschule und Gymnasium entwickeln sich weiter.
Letztes Thema des Gesprächs war die Metropolregion Hamburg und deren Wahrnehmung aus Kieler Sicht: Abgeordneter und Bürgermeister teilen die Einschätzung, dass der wirtschaftliche starke Hamburger Rand von Kiel aus zu oft als „Randgebiet" wahrgenommen werde und zu selten als das, was er ist: ein wirtschaftlicher Motor für ganz Schleswig-Holstein. Fazit der beiden: „Auf diesen Aspekt werden wir auf unterschiedlichen Ebenen weiter hinweisen, bis er im Bewusstsein der Landeshauptstadt verankert ist."
