Rezension: Frank Goosen - So viel Zeit
Am Bass sieht man den Musiknovizen Konni, dessen ersten großen Auftritt in der Band Goosen so beschreibt: „Wie auf Befehl stemmten sie plötzlich ein Break in den Raum, ein schwarzes Loch, das nur durch eines gefüllt werden konnte: das erste Bass-Solo im Leben des 44-jährigen Oberstudienrates für Biologie und katholische Religion, Konrad Beckmann, ledig, verbeamtet, Mitglied im Haus- und Grundeigentümerverein."
Die Moral von der Geschichte ist, dass Männer sich eigentlich nie ändern. Und falls doch, kommt der Zeitpunkt in ihrem Leben, an dem sie genau dies bereuen und rückgängig zu machen versuchen. Ein unterhaltsam geschriebener Roman mit viel Humor und sympathischen Figuren, von denen man gerne mehr lesen würde. Wichtige Erkenntnis am Rande: Wer „Wir sind auf einem guten Weg" sagt, ist floskeltechnisch der SPD zuzuordnen (S.122).
Martin Habersaat, April 2009
Frank Goosen - Interview zum Buch:
http://www.frankgoosen.de/content/video/
