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Rezension: Leonie Swann - Glennkill

Cover: Glennkill Cover: GlennkillDer Schäfer George Glenn ist tot. Obwohl er am Vortag noch gesund war. Letzteres, das finden seine Schafe heraus, muss aber nichts bedeuten, denn George starb nicht an einer Krankheit. Sir Richfield, der alternde Leitwidder der Herde, stellt nämlich messerscharf fest: „Spaten sind keine Krankheit". Ein solcher Spaten steckt aber in ihrem Schäfer und die Schafe beschließen, den Täter zu suchen. Glücklicherweise grenzt die vermeintliche Todesursache die Zahl der Verdächtigen ein. Nur ein Mensch oder ein sehr großer Affe kann dazu in der Lage gewesen, den Spaten in die Brust des Schäfers zu rammen. Schafe scheiden als Täter aus, und, zur Beruhigung eines Großteils der Herde, Wölfe auch.

Bei ihren Ermittlungen machen die Schafe, gut und klar gezeichnete Charaktere wie die schlaue Miss Maple oder der gefräßige Mopple, Bekanntschaft mit Teilen der Menschenwelt, die sie bisher nicht kannten. Als sie zum Beispiel erfahren, dass der Leichnam Georges auf „Gottes Acker" gebracht wird, wird „dieser Gott" zum einem der Hauptverdächtigen. Verwirrend ist allerdings, dass in „Gottes Haus" ein Lamm als „der Herr" verehrt zu werden scheint.

Der Kriminalfall hinter der Geschichte ist nicht sonderlich aufregend konstruiert, aber die vierbeinigen Ermittler und die mit ihnen verbundene Perspektive, geschildert mit viel Wortwitz („Jemand hat unseren Schäfer gerissen!"), machen diesen Roman absolut lesenswert.

Martin Habersaat, September 2009


 
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