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Rezension: Donna W. Cross - Die Päpstin

Cover: Die Päpstin Cover: Die PäpstinRechtzeitig zum Filmstart von „Die Päpstin" habe ich es geschafft, den Roman zu lesen, von dem ich schon einiges gehört, den ich aber bisher nicht als„dringend zu lesen" eingestuft hatte. Letztlich ist es ein Roman, der denen gefallen wird, die „Der Medicus" oder „Die Säulen der Erde" mögen und ein historisches Interesse am Leben um das Jahr 850 haben - also auch ein Roman für mich. Die Handlung in Kürze: Johanna, Tochter eines Dorfpriesters, ist ein schlaues Mädchen, aber solche wurden im Frankenreich jener Zeit nicht gerade gefördert. Sie lernt heimlich lesen, doch eines Tages muss sie, um ihre Studien fortsetzen zu können, einen folgenschweren Entschluss treffen: Sie beginnt, sich als Mann ausgeben, wird Mönch und beginnt eine Kirchenkarriere.

 

Was ein Roman braucht, eine unglückliche Liebesgeschichte, gemeine Karrieristen, Hinterhalt und Mord, gibt es natürlich auch, unterhaltsam wird das Buch für mich aber immer besonders dann, wenn gesunder Menschenverstand auf mittelalterliche Dogmen trifft. Das ist etwa dann der Fall, wenn der alte Papst krank danieder liegt und die römischen Arzte alles aufbieten, was ihre Kunst liefern kann: Aderlass, Gebete und Reliquien. Verständlich, dass sich darauf nicht jeder ausnahmslos verlassen durfte:

 

„Ich hoffe, euer Bruder ist in guten ärztlichen Händen."

„Er ist Tag und Nacht von Männern umgeben, die für seine Genesung beten."

„Aha", sagte Anastasius; dann trat eine Pause ein. Beide Männer waren skeptisch, was die Wirksamkeit einer solchen Maßnahme betraf, doch keiner wollte seine Zweifel offen zeigen."

 

Interessant sind auch die Wurzeln der katholischen Kirche, deren Bischöfe durchaus nicht immer keusch lebten und durchaus weltliche Krieger waren, die ihre Posten erben und vererben konnten, die Rolle des römischen Adels am päpstlichen Hof und Begegnungen mit historisch verbürgteren Figuren als der Päpstin Joahanna.

Martin Habersaat, Oktober 2009


 
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