Rezension: Gilian Bradshaw - Der Falke des Lichts
Cover: Der Falke des LichtsIn den letzten Wochen bin ich endlich dazu gekommen, einen lange zurückliegenden Literaturtipp zu befolgen: Ich habe die Artus-Trilogie (Falke des Lichts - Königreich des Sommers - Krone von Camelot) von Gillian Bradshaw gelesen - und es hat sich gelohnt! In „Die Nebel von Avalon" erlebt man den sagenhaften Britenkönig und seine Ritter aus der Perspektive einer Priesterin von Avalon, bei Bradshaw sind es gleich drei Perspektiven: Jeder der drei Bände schildert aus der Ich-Perspektive einer anderen Figur den Fortgang der Geschehnisse. Im ersten Band ist es der spätere Ritter Gawain, im zweiten sein Diener Rhys und im dritten schließlich Königin Gwynhwyfar. So richtig gut finde ich einen Roman dann, wenn ich ihn empört zur Seite legen muss wegen der Gemeinheit des Bösewichts, wenn ich vor dem Umblättern zögere, weil ich fürchte, dass Gwynhwyfar mit ihrem Plan auffliegt, diesen zu vergiften, oder wenn ich ins Schlucken komme, weil Gawain endlich herausfindet, dass er einen Sohn hat - also sind diese Romane richtig gut, wobei technisch eher schlicht gehalten, so verzichten sie beispielsweise auf unterschiedliche Handlungsstränge, Rückblenden und dergleichen.
Bradshaw ist ein Klassiker des Genres gelungen. Als „Der Falke des Lichts" (original: Hawk of May) erschien, war sie erst 21. Erstaunlich, dass die beiden aus meiner Sicht besten Artus-Romane von Schriftstellerinnen stammen, die allerdings völlig unterschiedlich mit dem Stoff und den Figuren umgehen. Ich stelle fest, dass ich in dieser Hinsicht eine Bildungslücke geschlossen habe. Vielen Dank für den Tipp, lieber Alfred!
Martin Habersaat im Februar 2010
