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Rezension: Stieg Larsson - Verblendung, Vergeltung, Vergebung

Cover: Verblendung Cover: VerblendungDer schwedische Journalist und Schriftsteller Stieg Larsson (1954-2004) hatte eigentlich eine zehnbändige Reihe von Kriminalromanen konzipiert, erlag aber nach der Fertigstellung der ersten drei Bände den Folgen eines Herzinfarkts. Die Romane wurden ab 2005 posthum veröffentlich - und ein Welterfolg. In Stockholm werden bereits Stadtrundgänge auf den Spuren der Enthüllungszeitschrift „Millennium", deren Herausgeber Larssons Hauptfigur Mikael Blomkvist ist, angeboten. Die Handlungsstränge sind gut konstruiert, Larsson konnte spannend erzählen und die Figuren sind relativ tiefgründig und in sich stimmig.

In Stockholm und Umgebung, mit kurzen Sprüngen in die Karibik, nach Liechtenstein oder Australien, deckt der Journalist Mikael Blomkvist politische Skandale auf und löst Kriminalfälle. Während er im ersten Band („Verblendung") gemeinsam mit der eigenwilligen Hackerin Lisbeth Salander den Mord an einer Industriellentochter aufklärt, geht es in „Vergeltung" und „Vergebung" um Lisbeth Salander selbst, um Überbleibsel des Kalten Krieges und immer wieder um Kritik an Schwedens Politik und Polizei.

Larssons Helden arbeiten gern und viel, trinken literweise Kaffee und ernähren sich von Zimtschnecken, belegten Broten und Zigaretten. Vielleicht ist solch ein Lebenswandel auch ursächlich dafür verantwortlich, dass Larsson seinen Erfolg nicht mehr miterleben konnte und er auf dem Höhepunkt seines Schaffens verstarb, so dass ihn Welt online schon als den „Heath Ledger der Krimi-Autoren" bezeichnet. In schwedisch-deutscher Koproduktion sind die Romane bereits verfilmt worden, jetzt macht sich auch Hollywood daran: Daniel Craig wird in die Rolle von Mikael „Kalle" Blomkvist übernehmen.

Martin Habersaat, August 2010


 
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