Rezension: Nick Hornby - High Fidelity
Robs Leben wird bestimmt von seinem Plattenladen und seiner privaten Plattensammlung. Viel mehr ist in den ersten 35 Jahren seines Daseins eigentlich nicht zusammen gekommen, und der Laden ist nicht einmal besonders erfolgreich. Dick und Barry, seine beiden Halbtagsangestellten, die trotz anderslautender Arbeitsverträge doch den ganzen Tag da sind, symbolisieren dieses Leben für Bands und Hits. Und verschaffen Rob eine Bekanntschaft mit Marie nebst eines One-Night-Stands, der einiges an Erkenntnis mit sich bringt.
Laura, seine Lebensgefährtin, hat Karriere gemacht in einer Zeit, in der Rob sich bemühte, sich nicht zu verändern. Nun führt er dasselbe Leben wie mit Mitte 20 und stößt auf die Frage, wie es weitergehen soll. Robs großes Hobby sind Listen aller Art. Die Selbstfindung beginnt also mit einer Auslistung der schmerzvollsten Trennungen in seinem Leben. Besuche bei den Einzelnen Verflossenen wiederum bringen die Erkenntnis, dass Laura eigentlich eine so schlechte Wahl nicht war. Ihr größter Fehler, wie Rob schließlich feststellt, ist einer, für den sie nichts kann: Der Zauber des Anfangs wohnt nun einmal nur dem Anfang inne.
Aufarbeitung der Vergangenheit, Erwachsenwerden und Midlife-Crisis in Einem; stilsicher erzählt in einem der besseren Werke von Nick Hornby. Und so stilsicher verfilmt, dass „High Fidelity" eine Ikone der 1990er-Jahre ist, wenn auch der Schauplatz für den Film von London nach Chicago verlegt wurde und die ausführlich behandelte Musik sich eher auf die Jahrzehnte davor konzentriert. Robs Hang zu persönlichen TOP 5 - Listen gab übrigens die Anregung zu den verschiedenen TOP 5 auf diesen Webseiten.
Martin Habersaat, Januar 2011
Links:
TOP 5 - Listen aus dem Roman
Meine persönlichen TOP 5
Klappentext:
Darf man mit Leuten befreundet sein, deren Plattensammlung in der Hauptsache aus Tina-Turner-Alben besteht?
Kann man eine Frau lieben, deren Lieblingsband die Simple Minds sind?
Warum wollen pubertierende Jungs stundenlang grapschen und Mädchen nur Händchen halten?
Und warum tragen Frauen nur beim ersten Date schöne Unterwäsche?
Das sind nur einige der Fragen, die Rob, dem frischgebackenen Single, neuerdings wieder durch den Kopf gehen. Zugegeben, es ist schon toll, die Wohnung wieder für sich selbst zu haben. Endlich hat er Zeit, um seine Plattensammlung neu zu sortieren! Aber was kommt dann?
