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Kritik an der Lehrerstellenzuweisung

Foto: Martin Habersaat, MdL Foto: Martin Habersaat, MdLIn Kiel gibt es im kommenden Schuljahr 206 Schülerinnen und Schüler (SuS) mehr; allerdings erhält die Landeshauptstadt 22,5 Lehrerstellen weniger als bisher. Noch schlechter ergeht es dem Kreis Segeberg: Zwar verliert er 123 SuS, büßt dafür aber gleich 57,2 Planstellen ein. Glücklicher Kreis Stormarn, der 546 SuS zulegt und neun Lehrerstellen gewinnt. Martin Habersaat, Stormarns SPD-Kreisvorsitzender und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, ist dennoch unzufrieden.

„Die Ausstattung an Lehrern verschlechtert sich unter dem Strich, auch wenn wir Wachstumsregion sind. Alle Schularten stehen künftig schlechter da als bisher. Für die Kollegien bedeutet das eine größere Arbeitsbelastung, für Schüler und Eltern oft Frust."

Den Gemeinschaftsschulen wurden die zur Verfügung stehenden Differenzierungsstunden halbiert. Außerdem stehen für Integrationsklassen, in denen Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf beschult werden, weniger Stunden zur Verfügung. Der Kreis Stormarn hatte im Schuljahr 2010/11 9.445 GrundschülerInnen, 2011/12 werden es vermutlich nur 9.079 sein. Das führt zu einer Reduzierung der Stellen an den Grundschulen. Weil das Ministerium zu viele Stellen streicht, wird die Personaldecke aber unverhältnismäßig kleiner. Habersaat: „Je kleiner eine Schule ist, desto deutlicher wird der Mangel werden. Vor allem kleine Grundschulen werden vor der Frage stehen, an welcher Ecke der Decke sie ziehen und was sie künftig dann nicht mehr leisten können."

In den weiterführenden Schulen steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler noch. Die Gymnasien des Kreises beschulten 2010/11 8220 SuS, 2011/12 werden es 8435 sein. Die Zahl der Planstellen steigt von 475,2 auf 484,8. Habersaat bemängelt: „Auch das ist nur auf den ersten Blick eine Verbesserung. Kam in diesem Schuljahr an den Stormarner Gymnasien ein Lehrer auf 17,29 Schüler, verschlechtert sich dieser Wert im kommenden Jahr auf 17,39." Insgesamt könne man trotz erhöhter Unterrichtsverpflichtung für die Lehrerinnen und Lehrer nicht so viele Stellen sparen, wie von der Regierung geplant. Habersaat: „Das erklärt sich zum Beispiel dadurch, dass wir davon ausgehen, dass die Zahl der Abiturientinnen und Abiturienten steigen wird. Wenn das wo wäre, würde natürlich auch die Aufenthaltsdauer der Schülerinnen und Schüler an den Schulen steigen – und ebenso der Bedarf an Lehrkräften."

Die SPD hatte in der letzten Sitzung des Landtags-Bildungsausschusses (16. Juni) vor der Sommerpause einen schriftlichen Bericht des Ministeriums zur Lage an den Schulen eingefordert, nachdem im Planstellenzuweisungsverfahren zahlreiche Fragen aufgetauscht waren. Dieser wurde von Minister Dr. Klug auch zugesagt, bisher konnte das Ministerium allerdings nicht liefern.

Martin Habersaat, der bis zu seinem Einzug in den Landtag selbst Gymnasiallehrer war (Fächer: Deutsch, Geschichte, Politik/Wirtschaft), kritisiert die Personalpolitik der Landesregierung auch in anderen Punkten: Erstens sei das Planstellenzuweisungsverfahren kompliziert, wenig transparent und selbst für Interessierte kaum nachvollziehbar. Zweitens gingen dem Land durch die übermäßige Streichung von Stellen fertig ausgebildete Nachwuchskräfte mit guten und sehr guten Noten verloren. Und drittens komme es immer wieder vor, dass angehende Lehrer beispielsweise mit den Mangelfächern Chemie und Physik nicht angenommen würden, weil das Land sich ein Hauptfach in der Fächerkombination wünscht. Habersaat: „Andere Bundesländer bedanken sich für diese Prinzipienreiterei und stellen Physiklehrer mit Kusshand ein."

Link zu weiterem Datenmaterial, z.B. den Schüler- und Lehrerzahlen pro Gymnasium:

http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl17/drucks/1500/drucksache-17-1533.pdf


 
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Martin Habersaat: Noch wach, weil "Urteil von Nürnberg" läuft. Großartiger Film, großartige Besetzung.
Martin Habersaat: Storch Heinar und Torsten Albig in Glinde - endlich ist das Album fertig: http://t.co/ZdPGgysC
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