BAföG ist der wichtigste Eckpfeiler der Studienfinanzierung
Ich gratuliere den Empfängern der so genannten Deutschland-Stipendien, die sich für ein Jahr über zusätzliche 300 € im Monat freuen können, die vom Bund und von der Wirtschaft finanziert werden. An der CAU sind es in diesem Jahr ganze siebzig Studierende. Es steht in den Sternen, wie aus den bundesweit 10.000 in der Anfangsphase geförderten Studierenden mittelfristig 160.000 Stipendiaten werden sollen.
All das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Finanzierung ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Bundesweit sind es zur Zeit fast 600.000 Studierende, die monatlich im Schnitt 434 € nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) erhalten. Seit der Einführung dieses Gesetzes vor vierzig Jahren durch eine sozialdemokratisch geführte Bundesregierung haben über vier Millionen Menschen dank BAföG studieren können.
Die Zukunft der Studierendenförderung wird nicht darin liegen, die öffentlichen Leistungen immer weiter aufzusplitten, statt sie zusammenzuführen. Die Studienförderung darf nicht von einem freiwilligen Engagement der Wirtschaft, das jederzeit widerruflich ist, abhängig gemacht werden. Sie muss darüber hinaus nachhaltig sein; eine Zusatzfinanzierung für ein einzelnes Jahr bietet nur eine kurzzeitige Entlastung, aber keine Garantie für einen erfolgreichen Studienabschluss.
Rund 16.000 Studierende in Schleswig-Holstein erhalten insgesamt 56,25 Mio. € an BA-föG-Förderung, das ist eine Förderquote von 32 %. Die Gefördertenquote steigt, aber das politische Ziel sollte sein, dass sie für jeden, der Unterstützung braucht, auskömmlich und nachhaltig ist. Nur das ist die Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium.
