Diskussion über Lehrerbildung und Inklusion
Martin Habersaat (34, Barsbüttel) war bis zu seinem Einzug in den Landtag Gymnasiallehrer und ist seit Mai 2011 Vorsitzender des Arbeitskreises Bildung in der SPD-Landtagsfraktion. Er warb für eine Neuordnung der Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein: „Es ist schlicht unsinnig, dass in Schleswig-Holstein noch immer Haupt- und Realschullehrer ausgebildet werden, obwohl es diese Schulformen gar nicht mehr gibt!" Stattdessen warb er für eine Stufenlehrerausbildung, wie sie ähnlich auch in Hamburg zu finden sei. Jeder Lehrer solle lernen, in der Sekundarstufe I (Klasse 5-10) zu unterrichten und dazu wahlweise für die Primarstufe (Klasse 1-4) oder die Sekundarstufe II (11-12/13) ausgebildet werden.
Die Diskussionsteilnehmer wünschten sich zudem höhere Praxisanteile bereits zu einem frühen Zeitpunkt im Lehramtsstudium. Auch Professoren sollten sich häufiger als bisher mit der Schulwirklichkeit auseinandersetzen. „Und wenn die Professoren ihre Studentinnen und Studenten dann in Unterrichtssituationen erleben, muss bei Bedarf auch die Beratungen erfolgen, dass dieser Beruf nicht der richtige ist", forderte ein langjähriger Grundschullehrer.
Im Mittelpunkt des Gesprächs über die Inklusion, die Unterricht für Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf an Regelschulen meint, standen einerseits die UN-Konvention, die genau dieses Entwicklung fordert, und der aktuelle Inklusionsbericht der Landesregierung (Drucksache 17/1568). In diesem Bericht kommt die Landesregierung zu dem Schluss, dass Inklusion weitestgehend kostenneutral zu erreichen sei - eine Meinung, der sich keiner der Anwesenden anschließen konnte.
