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Für die Bildung bleibt viel zu tun

Politikerwort im Oldesloer Markt vom 19. Oktober 2011
34,8% der Schulabgänger Stormarns erreichten laut letztem Landesbildungsbericht ihr Abitur. Das ist der beste Wert im Land, den schlechtesten liefert der Kreis Dithmarschen mit 14,5%. Hier gibt es 16 gymnasiale Oberstufen, in Dithmarschen vier. Zu verdanken hat Stormarn diese Ausstattung auch engagierten Eltern, denen die Einrichtung von Gesamtschulen (heute Gemeinschaftsschulen) mit Oberstufen zu verdanken ist, die anderen Kreisen heute fehlen und die neben den Beruflichen Gymnasien das Angebot der „klassischen" Gymnasien ergänzen. Eltern haben die durch ihr Anmeldeverhalten die Einrichtung von Regionalschulen in Bargteheide und Bad Oldesloe verhindert, so dass es heute in Stormarn das zweigliedrige Schulsystem der Zukunft gibt.

Auch der Streit um G8 und G9 ging an uns vorüber und meine Empfehlung ist, die Energie weiterhin in die Entwicklung guter Schulen vor Ort zu stecken. Gemeinschaftsschulen sind dann gut, wenn sie durchdachte pädagogische Konzepte engagiert umsetzen, wofür sie die von schwarz-gelb gestrichenen Differenzierungsstunden zurückbrauchen. Und wenn G8-Gymnasien die Schülerinnen und Schüler nicht überfordern sollen, gilt es auch dort viel zu tun; Doppelstundenprinzip, keine Hausaufgaben an langen Tagen und eine andere Pausenordnung sind nur drei Beispiele. Jetzt brauchen die Schulen die Luft, diese Aufgaben anzugehen.


Auch für die Politik bleibt viel zu tun, etwa in der Lehrerausbildung. Es gibt keine Haupt- und Realschulen mehr, dennoch bildet das Land noch immer Haupt- und Realschullehrer aus. Die SPD schlägt anstelle dieser schulartbezogenen Ausbildung die Ausbildung zum Stufenlehrer vor, wie sie auch in Hamburg praktiziert wird: Alle angehenden Lehrer können dort in der Sekundarstufe I (Klasse 5-10) unterrichten und wählen dazu die Primarstufe (Klasse 1-4) oder die Sekundarstufe II (Klasse 11-12/13). Inklusion und Binnendifferenzierung müssen einen breiteren Raum im Studium einnehmen, das insgesamt mehr pädagogisch als fachwissenschaftlich sein sollte. Auch um die 5,8% der Schulabgänger Stormarns, die die Schule ohne Abschluss verlassen, müssen wir uns dringend kümmern.

Martin Habersaat (34) ist Vorsitzender des SPD Stormarn und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Mehr Informationen: www.martinhabersaat.de.


 
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