Alle wollen mehr Kooperation
Foto: Peter Harry CarstensenPeter Harry Carstensen sagte, die Zusammenarbeit mit Hamburg sei gut und er sei sich sicher, sie bleibe auch gut. „Wir bleiben eine Wohngemeinschaft, und ein neues Gesicht bringt eine neue Sichtweise." Olaf Scholz musste als Zweiter sprechen und stellte fest, dass beide Redner von ihren Verwaltungen die gleichen Beispiele bisher erfolgter Zusammenarbeit aufgeschrieben bekommen hatten. Er bekam spontanen Beifall, als er von „unserem Hafen" sprach und mit Humor auf das Kohlekraftwerk Moorburg zu sprechen kam, dass ein CDU-Bürgermeister initiiert und eine grüne Senatorin genehmigt habe, bevor es in Kürze eine SPD-Bürgermeister eröffne. Scholz schmunzelnd: „Manchmal kommen die Dinge, wie sie kommen."
Beide Regierungschefs bekannten sich zur Notwendigkeit einer vertieften Kooperation, wie sie auch die SPD-Landtagsfraktion anstrebt. Beide entwickelten auch weitergehende Ideen für die Zukunft. Carstensen schwebte eine gemeinsame Wirtschaftsförderung vor und eine Übernahme von Hamburger Aufgaben in der Landwirtschaftsverwaltung. Scholz lud Schleswig-Holstein ein, sich am Masterplan Industriepolitik zu beteiligen und wünschte sich eine gemeinsame Wissenschaftspolitik. Einig waren sich beide, dass es im Bereich der erneuerbaren Energien und der Dänemarkpolitik nur zusammen voran geht.
Fazit von Martin Habersaat: „Wenn beide Regierungschefs erklären, die Zusammenarbeit sei gut, und beide Perspektiven für eine weitergehende Zusammenarbeit entwickeln, dann in das absolut positiv. Auch CDU-Kronprinzen sollten sich dann konstruktiv verhalten und nicht durch Regierungserklärungsexegese und Eifersüchteleien das Klima verschlechtern. Wichtig ist ein konstruktiver Dialog aller Beteiligten, bei dem Landesgrenzen ebenso überschritten werden müssen wie Parteigrenzen. Dabei wird es auch mal kleine Rückschläge geben, die allerdings niemanden dazu verleiten dürfen, das ganze Vorhaben in Frage zu stellen."
