Peter Brandt im Landeshaus

Prof. Dr. Peter Brandt, der älteste Sohn des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt, war Hauptredner einer Veranstaltung der SPD-Landtagsfraktion aus Anlass des 150jährigen Bestehens der Partei. Unter der Überschrift „Die SPD und ihre Parlamentarier“ beleuchtete der Historiker Brandt Parlamentsgeschichte in Deutschland und Schleswig-Holstein vor und nach den Weltkriegen. Unter dem Dreiklang „erstreiten – bewahren – entwickeln“ hatte der Fraktionsvorsitzende Ralf Stegner in seiner Begrüßung die Verdienste der SPD für Demokratie, Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit zusammengefasst. Martin Habersaat, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, befand in seinen Schlussworten: „Der Blick in die Geschichte lohnt sich!“

Unter dem Titel „Mehr Demokratie wagen“ veröffentlichte Brandt in diesem Jahr gemeinsam mit Detlef Lehnert eine Geschichte der Sozialdemokratie von 1830 bis 2010. Von den Anfängen bis zur Gegenwart reichte auch der Vortrag im Plenarsaal des Landtages von Schleswig-Holstein, bei dem Brandt auch auf die Geschichte der Nord-SPD einging, die zuweilen als „Stolz der Gesamtpartei“ wahrgenommen wurde. Die SPD sei in ihrer Geschichte stets gestärkt aus Krisen hervorgegangen, sei es Bismarcks „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ von 1878 gewesen, die Verfolgung der Sozialdemokraten zur Zeit des Nationalsozialismus oder die Zwangsvereinigung von SPD und KPD in Ostdeutschland 1946.

Brandt beschränkte sich in seinem Vortrag nicht nur auf einen Blick in die Vergangenheit, er zog aus der Geschichte der Partei auch Linien in die Zukunft. Der SPD könne es gelingen, durch mehr Demokratie die gegenwärtige Krise des Parlamentarismus, festzumachen an sinkender Wahlbeteiligung, zu überwinden. Auch sei es in der Geschichte oft die SPD gewesen, die neue Möglichkeiten der Teilhabe schaffte, weshalb sie es auch künftig schaffen könne.