Auf dem kurzen Weg in Ausbildung und Beruf

Blick auf das Podium
Blick auf das Podium

Zur Konferenz Jugendberufsagentur Schleswig-Holstein, die am 11. Februar im Regionalen Bildungszentrum Technik in Kiel stattfand, sagen Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, und Tobias von Pein, Fachsprecher für berufliche Bildung:

Seit 2012 profitieren Jugendliche und junge Erwachsene von der Jugendberufsagentur in Hamburg. Aus einer Hand werden hier Hilfe, Beratung und Vermittlungsangebote geboten. Hamburg ist das erste Bundesland, das flächendeckend eine Jugendberufsagentur eingerichtet hat. Ursprünglich vorhandene Vorbehalte sind längst in große Zustimmung umgeschlagen. Junge Leute werden hier in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integriert. Die Keynote von Rainer Schulz, dem Geschäftsführer des Hamburger Instituts für berufliche Bildung, war ein Ansporn für alle, die sich auch für Schleswig-Holstein wünschen, dass im Übergang von der Schule zum Beruf niemand mehr verloren geht.

Das Hamburger Modell ist nicht eins zu eins auf ein Flächenland zu übertragen. In den meisten Städten und Gemeinden fangen wir nicht bei null an. Trotzdem können wir von den Hamburger Erfahrungen profitieren. Hans-Martin Rump, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Flensburg, konnte das anhand seiner Erfahrungen in Mecklenburg-Vorpommern eindrucksvoll erläutern.

Tobias von Pein: Die Teilnehmerzahlen im sogenannten ,,Übergangsbereich“, in dem zu viele junge Menschen in zu vielen Maßnahmen zu viele Schleifen drehen, zeigen: Wir können mehr dafür tun, dass mehr jungen Menschen als bisher der direkte Weg von der Schule in eine berufliche Ausbildung gelingt. Der Landtag hat daher die Landesregierung aufgefordert, die Gründung solcher Jugendberufsagenturen in mindestens zwei Kommunen zu initiieren. Diese Konferenz war ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg. Wenn mehr Städte und Kreise sich auf den Weg machen ­ umso besser! Gewerkschaften und Unternehmensverbände werden auf diesem Weg wichtige Partner sein.

Martin Habersaat: Eine Ausbildung oder ein Studium ist eine solide Grundlage, um ein Leben lang Verantwortung für sich und andere übernehmen zu können. Wir brauchen alle jungen Menschen. Alle sollen ihre Chancen nutzen und von ihrer Arbeit leben können. Dafür werden auch in Schleswig-Holstein alle Akteure an einem Strang ziehen, bis ,,rechtskreisübergreifend“ von niemandem mehr als Drohung empfunden wird.

Foto: Dirk Loßack, Britta Ernst, Margit Haupt-Koopmann, Hans-Martin Rump, Rainer Schulz.