,,Das Internet geht nicht wieder weg“

Nico Lumma
Juni 2015: Nico Lumma beim Bildungsdialog "Digitales Lernen"

Bildungsdialog mit dem Thema „Lernen in einer digitalen Welt“ fortgesetzt: Nach der Landtagswahl 2012 hatte die neue Landesregierung einen großangelegten Bildungsdialog begonnen, um bildungspolitische Weichenstellungen und Änderungen am Schulgesetz breit vorzubereiten. Seitdem gab es immer wieder Veranstaltungen zu verschiedenen Themenfeldern. Mit der Fachtagung ,,Lernen in einer digitalen Welt“ wurde dieser Dialog jetzt in Kiel fortgesetzt. „Schule und digitale Medien – das ist bislang noch keine selbstverständliche Verbindung. Das wollen wir in Schleswig-Holstein ändern“, sagte Ministerin Britta Ernst bei der Eröffnung der Fachtagung.

Welches ist der schleswig-holsteinische Weg zum digitalen Lernen? Und: Was heißt das für die Schulen, für die Lehrkräfte sowie die Schülerinnen und Schüler? Erste Antworten gaben die beiden Expertinnen und Experten, Prof. Birgit Eickelmann von der Universität Paderborn und Nico Lumma, nach eigenen Angaben „seit 20 Jahren online“ und freier Medien- und Online-Berater. Er warb für einen aktiven Umgang der Schulen mit den gar nicht mehr so neuen Medien, denn: „Das Internet geht nicht wieder weg!“

Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Landtagsabgeordneter aus Reinbek, nahm an der Fachtagung teil und war aus zwei Gründen zufrieden: „Es ist gut, dass Ministerin Britta Ernst dieses Thema zu einem ihrer Arbeitsschwerpunkte gemacht hat. Und es ist gut, dass der Bildungsdialog weiter fortgesetzt wird und Impulse für die weitere Arbeit aller Beteiligter gibt.“ Es müsse darum gehen, eine neue Kulturtechnik und die sich daraus ergebenden

Chancen und Risiken in den Unterricht zu integrieren. Nicht als Extra-Fach oder als 10-Minuten-Block in einer 45-Minuten-Stunde, sondern als selbstverständlichen Teil des Lehrens und Lernens an unseren Schulen. „Lehren und Lernen gilt in dieser Hinsicht übrigens für Lehrkräfte genauso wie für Schülerinnen und Schüler.“

Habersaats Fazit nach der Fachtagung: Pauschale Handy-Verbote, der Verbleib beim Overhead-Projektor und in der guten, alten ,,Kreide-Zeit“ werden sich zunehmend als falsch herausstellen. Unterricht mit sogenannten ,,neuen Medien“ ist nicht automatisch gut, aber guter Unterricht sollte diese Medien automatisch mit berücksichtigen. Der Satz ,,Das Internet geht nicht wieder weg“ darf allerdings auch als Aufruf an alle Verantwortlichen – den Landtag eingeschlossen – verstanden werden, für stabile W-Lan-Netze an den Schulen zu sorgen und dabei zu helfen, diese Netze weise zu nutzen.

Der Kreis Stormarn erzielt auf diesem Feld bereits erste Erfolge. Habersaat: „Nach vielen Jahren als Mitglied des zuständigen Ausschusses in der Gemeinde Barsbüttel habe ich mich sehr darüber gefreut, dass der Input zur Arbeitsgruppe ,,Open Source, Laptop oder Schulbuch“ aus der Erich Kästner Gemeinschaftsschule Barsbüttel kam.“ Im Mai hatten bereits zwei Stormarner Schulen zu den zwölf landesweit als „digitale Modellschulen“ ausgezeichneten gehört: Die Emil-Nolde-Grundschule in Bargteheide und das Gymnasium Stormarnschule in Ahrensburg.