Land unterstützt Kitas und Eltern

Kommunalwahl 2013 - Mit Hermann Hanser in der Kita Willinghusen
Kommunalwahl 2013 - Mit Hermann Hanser in der Kita Willinghusen

Die Regierungskoalition in Kiel will Familien entlasten, die Qualität der Kindertagesstätten steigern und die Kommunen finanziell unterstützen. Das war Teil der Ergebnisse eines Koalitionsgipfels in der vergangenen Woche, die Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek, jetzt mit besonderem Blick auf seine Heimatregion würdigt. Ab 2017 sollen Familien von in Schleswig-Holstein überdurchschnittlich hohen Krippen-Gebühren um 100 Euro im Monat entlastet werden. Der Personalschlüssel an den Kindertagesstätten wird verbessert, die Sprachförderung ausgeweitet. Mit einer erhöhten Pro-Platz-Förderung werden die Kommunen unterstützt. Habersaat: „Gute Bildung von Anfang an schafft die Voraussetzung für ein erfolgreiches Leben. Deshalb fangen wir bei unseren Kleinsten an. Wir wollen Kinder früh fördern und Eltern gleichzeitig die Möglichkeit geben, sorgenfrei und gleichberechtigt ihrem Beruf nachzugehen.“

 

Familien entlasten

Habersaat: „Ab 1. Januar 2017 werden wir für Familien mit Kindern in einer Krippe bzw. Tagespflege pro Kind monatlich ein ‚Kita-Geld‘ finanzieren. Hierfür werden ab 2017 zunächst jährlich 23 Mio. Euro eingeplant. Da die Gebühren bei der U3-Betreuung am höchsten sind, soll in diesem Bereich mit der Entlastung von Familien begonnen werden. In einem ersten Schritt erhalten Eltern für Kinder von 0-3 Jahren, die sich in der öffentlich geförderten Kinderbetreuung befinden, ab dem 1.1.2017 einen monatlichen Beitragszuschuss in Höhe von 100 Euro.“ Ziel der Koalition sei es, die finanzielle Entlastung der Eltern von den Gebühren für Kindertagesstätten in der nächsten Legislaturperiode fortzusetzen und schrittweise zu erhöhen. Habersaat: „Gerade bei uns im Hamburger Rand sind die Gebühren für die U3-Betreuung leider besonders hoch, teilweise müssen die Eltern mehr als 500 Euro im Monat zahlen. Eine Entlastung von 100 Euro wird für betroffene Familien deutlich spürbarer sein als beispielsweise die gerade beschlossene Kindergelderhöhung von vier Euro im Monat.“

Bereits heute unterstützt die Landesregierung das Mittagessen im Hort mit 300.000 Euro. Schon in den vergangenen Jahren sind die Gebühren sozial gerechter geworden: Kinder aus ALG II-Familien sind über die Sozialstaffel schon komplett von Gebühren befreit.

 

Qualität steigern

Für den Aufbau und Betrieb von pädagogischer Fachberatung in Kitas stehen bereits heute jährlich 1,5 Mio. Euro zur Verfügung. Die Landesregierung hat mit der Installierung eines fortlaufenden, systematischen Prozesses von Qualitätsentwicklung und -sicherung begonnen, der sich an den aktuellen Herausforderungen orientiert und bestehende Qualitätsmanagementkonzepte berücksichtigt (5,0 Mio. € im Jahr 2015). Für den Aufbau und den Betrieb von Familienzentren, die Hilfs- und Unterstützungsangebote für Familien anbieten, werden jährlich mehr als 2,5 Mio. Euro aufgewandt. Als nächstes Ziel hat sich die Koalition vorgenommen, weitere rund 20 Mio. Euro in die Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels zu investieren. Habersaat: „Unser Ziel ist, die zweite Kraft am Nachmittag sicherzustellen. Die Detailplanung erfolgt gemeinsam mit den Kommunen.“ Die Mittel für die Sprachförderung in Kindertagesstätten werden zudem ab 2016 um jährlich 2 Mio. Euro aufgestockt.

 

Kommunen unterstützen

Die Pro-Platz-Förderung im U3-Bereich liegt bisher bei 10.000 Euro. Sie wird künftig steigen (2016: 12.648,00 Euro, 2017: 12.900,96 Euro, ab 2018 über 13.000 Euro) und ist damit kommunalfreundlich aufgestellt. 2015 wurden mehr als 51 Millionen Euro Bundes- und Landeszuschüsse für die Kita-Betriebskosten im Bereich der Betreuung der unter Dreijährigen bereit gestellt. Für Elementarplätze (Ü3) gibt es eine Betriebskostenförderung von 70 Millionen Euro sowie 4 Mio. € für die Sprachbildung in Kindertagesstätten. Weitere 2 Millionen Euro wendet das Land für die Sprachintensivförderung (SPRINT) und die Sprachheilförderung auf.

 

Einen kleinen Blick Richtung Landtagswahl leugnet Habersaat, der bildungspolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion ist, bei diesen Projekten nicht. Die Botschaft sei auch: „Unsere gemeinsamen Ziele und Ideen gehen weit über das Jahr 2017 hinaus. Und unsere solide Haushaltspolitik hat jetzt diese Fortschritte möglich gemacht.“

 

Hintergrund

  • In Schleswig-Holstein gibt es 1723 Kindertageseinrichtungen mit 104.777 genehmigten Plätzen (mit Schulkindern).
  • Zum 1. März 2014 wurden 20.366 Kinder unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege in Schleswig-Holstein betreut. 14.961 Kinder von 0 – 3 werden in Kindertageseinrichtungen betreut, 5.405 Kinder in der Kindertagespflege. Die Betreuungsquote U3 liegt damit bei 30,5%. Damit steht das Land auf Platz drei der westdeutschen Länder – nach Hamburg und Rheinland-Pfalz. Seit 2012 konnten die U3-Plätze um knapp ein Viertel gesteigert werden.
  • Im Elementarbereich (3-6 Jahre) lag die Betreuungsquote 2014 bei 90,9 %, im Hamburger Rand sind diese Zahlen erfahrungsgemäß noch deutlich höher als im Landesschnitt. Zum 1. März 2014 wurden 65.242 Kinder von 3 – 6 Jahren in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege in Schleswig-Holstein betreut. Davon werden 63.923 Kinder in Kindertageseinrichtungen und 1.319 in der Kindertagespflege betreut.
  • Die Finanzierung von Kindertagesstätten setzt sich zusammen aus Zuschüssen des Landes, Teilnahmebeiträgen oder Gebühren, Zuschüssen des örtlichen Trägers der öffentlichen Jugendhilfe (Kreis), Zuschüssen der Gemeinden und Eigenleistungen des Trägers, wenn das nicht die Gemeinde ist (z.B. DRK, AWO, Kirche).