Die Lehrkräfte-Ausbildung ist praxisgerechter und pädagogischer

151016 Lehrerbildung
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Landtagsrede zur Umsetzung des Lehrkräftebildungsgesetzes vom 16. Oktober 2015:

„Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.
Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.
Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern,
Indes wie blasser Kinder Todesreigen
Um dunkle Brunnenränder, die verwittern,
Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen.“

Das war Georg Trakl zum Thema Verfall.

Kaum weniger kreativ war der heutige Oppositionsführer bei der zweiten Lesung des Lehrkräftebildungsgesetzes am 10. Juli 2014: „Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei Ihnen in einer Art und Weise auseinander, wie man es eigentlich eher aus Systemen kennt, die mit Demokratie nicht sonderlich viel am Hut haben.“ – „Ihr bescheuerter Gesetzentwurf“, „dieses vermurkste Gesetz“, „die Lehramtsausbildung wird mittelmäßig“, all das waren Stilblüten aus seiner damaligen Rede. Tatsächlich haben Realität und Praxis, soweit man das nach einem Jahr sehen kann, sämtliche Befürchtungen widerlegt.

Wenn die Aufgeregtheiten der Opposition irgendeinen tatsächlichen Hintergrund gehabt hätten, müssten zumindest die lehrerbildenden Fakultäten in Kiel und Flensburg sowie die Ausbildungsschulen schon längst zusammengebrochen sein, hätten die Lehramtsstudierenden schon um bildungspolitisches Asyl in den anderen Bundesländern gebeten, und wir wüssten schon gar nicht mehr, wie wir auch nur eine freiwerdende Lehrerstelle neu besetzen könnten.

Inzwischen hat sich gezeigt: Die lehrerbildenden Hochschulen, die im Anhörungsverfahren mit Fug und Recht ihre jeweiligen Standortinteressen verfochten haben, arbeiten koordiniert an einer erfolgreichen Lehrkräftebildung für Schleswig-Holstein. Die künstlerischen Hochschulen sind eingebunden. Praxisnähe und Inklusion spielen bedeutende Rollen. Wir haben ein modernes Lehrkräftebildungsgesetz, das den Forderungen des Wissenschaftsrates entspricht und den Notwendigkeiten der Gesellschaft angepasst ist.

Der Bericht der Landesregierung zeigt, dass es in der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten gut gelungen ist, die Ausbildung der künftigen Lehrkräfte praxisgerechter und pädagogischer zu gestalten als das in der Vergangenheit der Fall war.

Dazu gehört auch, dass das von den Studierenden mit Recht besonders thematisierte Praktikum reibungsloser läuft, als auch die größten Optimisten unter uns das erwartet haben. Jede Menge Schulen haben sich um die Praktikanten gerissen, und viele sind auch leer ausgegangen. Es sind keine Situationen entstanden, in denen das Pendeln zwischen Wohnort und Ausbildungsschule auf unüberwindliche Probleme gestoßen wäre. Und inhaltlich sinnvoll ist so ein Praxissemester allemal, wie die Rückmeldungen zeigen.

Wenn das Sekundarschullehramt mit den Schwerpunkt Sekundarstufe I in anderen Bundesländern als Lehramt der Sekundarstufe I anerkannt wird, bedeutet das nichts anderes, als dass Schleswig-Holstein dank unseres neuen Besoldungsgesetzes hier einen Vorteil bei der Einstellung junger Lehrerinnen und Lehrer haben wird.

Und auch nach dem Beschluss des Lehrkräftebildungsgesetzes gab es positive Entwicklungen: Die Entscheidung der Koalition, die Grundhaushalte der Hochschulen in den nächsten Jahren um insgesamt 25 Millionen Euro jährlich anzuheben, stärkt in besonderem Maße die Ausbildung der Lehrkräfte.

Vielen Dank an alle Beteiligten und vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

Es gilt das gesprochene Wort!

Video – Landtagsrede zur Umsetzung des Lehrkräftebildungsgesetzes:
http://m7k.ltsh.de/embed.php?b=1444990087&e=1444990603″

Video – Dreiminutenbeitrag zu Argumenten aus der Debatte:
http://m7k.ltsh.de/embed.php?b=1444992629&e=1444992896%22