Y-Trasse: Habersaat und Meyer gegen Lösungen zu Lasten Dritter

Banhof Reinbek
Banhof Reinbek

Seit 2003 findet sich im Bundesverkehrswegeplan die sogenannte „Y-Trasse“, gemeint sind die Bahnverbindungen zwischen Hannover, Bremen und Hamburg. Ziel dieser Trasse ist es, den wachsenden Güterverkehr der Seehäfen Hamburg, Bremen und Wilhelmshaven auf die Schiene zu bringen. Der Streckenverlauf, zu einem Großteil entlang der A7 geplant, ist umstritten, seit einigen Jahren werden Alternativen zur ursprünglichen Planung diskutiert. Ein jetzt in Niedersachsen aufgekommener Vorschlag sorgt in Schleswig-Holstein für wenig Begeisterung.

Das niedersächsische Dialogforum „Schiene Nord“ in Celle hat sich dafür ausgesprochen, den wachsenden Güterverkehr durch den Ausbau bestehender Schienenwege und die Umleitung auf vorhandene Schienenwege statt durch den kompletten zweigleisigen Neubau der so genannten Y-Trasse zwischen Hamburg und Hannover zu bewältigen. Für die Strecke Hamburg-Büchen würde das bedeuten: täglich 104 Güterzüge zusätzlich, auch Reinbek wäre betroffen. Die Schluss-Abstimmung soll Freitag in Celle bei der dann achten Sitzung des Dialogforums stattfinden.

„Kommt nicht in Frage“, war die erste Reaktion des Reinbeker Landtagsabgeordneten Martin Habersaat (SPD). Dialogforen und Bürgerbeteiligung in Niedersachsen sind gut und richtig. Der nächste Schritt wären dann aber sicherlich Gespräche zwischen den beteiligten Ländern, dem Bund und der Bahn. Da haben wir ein Wörtchen mitzureden.“ Für Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer ist es schlicht „ein Geschäft hinter dem Rücken und zu Lasten Dritter“. „Abgesehen von dem etwas sonderbaren Verfahren, jemandem eine derart schwere Last aufzubürden, der gar nicht am Verhandlungstisch sitzt, handelt es sich um eine Vorrangstrecke für den schnellen Personen-Fernverkehr“, sagt Meyer. Für den Güterverkehr gebe es keinen Anspruch auf mehr Lärmschutz. Betroffen wären Orte wie Reinbek, Schwarzenbek oder Müssen, aber auch Orte in Mecklenburg-Vorpommern.

 

Zum Blog des Wirtschaftsministeriums: http://wimikiel.com/