Neue Kontakte zwischen Kultur und Schule

Kulturvermittler
Kulturvermittler

69 Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittler für Schleswig-Holstein: Kulturministerin Anke Spoorendonk und Bildungsministerin Britta Ernst konnten am 14. März 69 Zertifikate vergeben. Neue Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittler sollen künftig lokale und regionale Aktionsbündnisse von schulischen und außerschulischen Bildungseinrichtungen initiieren, beraten und entwickeln. Die Künstlerinnen und Künstler sowie Lehrkräfte haben sich im Rahmen des Projektes „Schule trifft Kultur – Kultur trifft Schule“ qualifiziert. Das Projekt, das bis 2017 laufen soll, wird gemeinsam vom Ministerium für Justiz, Kultur und Europa, dem Ministerium für Schule und Berufsbildung sowie der Stiftung Mercator getragen. Als Gast nahm Martin Habersaat, Vorsitzender des Arbeitskreises Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur der SPD-Landtagsfraktion, an der Zeremonie teil. Der Reinbeker Landtagsabgeordnete freute sich, dass auch aus den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg 10 Kulturschaffende mitmachen.

Auch der Koordinator des Projekts ist in Stormarn kein Unbekannter: Klaus Müller leitete viele Jahre lang das Emil-von-Behring-Gymnasium in Großhansdorf. Kulturministerin Spoorendonk lobte das Projekt: „Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittler in Schleswig-Holstein bilden eine Brücke zwischen den Kulturinstitutionen, den Künstlerinnen, Künstlern und Schulen. Sie beraten, entwickeln gemeinsam mit den Schulen Projekte und geben Hinweise zu Finanzierungsmöglichkeiten. Mit den Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittler gehen wir neue Wege, um kulturelle Bildung in die Fläche zu tragen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben mit ihrem Engagement im vergangenen Jahr bewiesen, welche Bedeutung Sie der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche zumessen. Lehrkräfte wie Künstlerinnen und Künstler haben Zeit und Energie aufgewendet, um gemeinsam in diesem Jahr an der Qualifikation teilzunehmen. Dafür bedanke ich mich herzlich“, sagte Spoorendonk.

„Durch die gemeinsame Arbeit über ein Jahr ist auch ein gegenseitiges Interesse und Verständnis zwischen Lehrkräften und Kulturschaffenden entstanden – das ist sehr gut“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst. Sie wünsche sich, dass der Erfolg der Zusammenarbeit nachhaltig und im ganzen Land sichtbar sein werde. Erste Hinweise darauf, dass die Begeisterung und das Engagement der Kulturvermittlerinnen und -vermittler abfärbten, gebe es bereits, sagte Ernst. Schon heute seien über den ursprünglichen Teilnehmerkreis hinaus vielerorts in Schleswig-Holstein neue Netzwerke entstanden. Sie nannte Partnerschaften mit Kulturbüros in vielen Kreisen des Landes, Kulturknotenpunkte, Stiftungen und zum Beispiel Volkshochschulen. „Dafür danke ich Ihnen – den Pionierinnen und Pionieren unter den Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittlern“, so die Bildungsministerin. Ein großer Dank gebühre zudem der Mercator-Stiftung; denn wenn während der Schulzeit der Zugang zu Kultur gelinge, sei das eine Bereicherung für das ganze Leben, sagte Ernst: „Die Unterstützung der Schulen ist uns dabei sehr wichtig.“ Besonders freute sich Ernst darüber, dass unter den Abschlussprojekten auch Arbeiten waren, die sich mit den Themen „Integration und Inklusion“ beschäftigt haben: „Die Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen durch kulturelle Zugänge erweitern den Horizont.“

Für die Stiftung Mercator, die das Projekt im Rahmen ihres Programmes „Kreativpotentiale“ mit 500.000 Euro für die Jahre 2015-2017 fördert, erklärte Wiebke Stadler: „Hier wird Bildung als kulturelle Intervention einen spürbaren Impuls setzen, um Schulen im eigenen Schulprogramm weiterzuentwickeln und zu profilieren. Nach der ersten Phase – der Qualifizierung der 69 Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittlern –  beginnt die Beratungs- und Vermittlungstätigkeit vor Ort, und zwar in allen Teilen des Landes. Die Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittler werden die Schulen bei der Konzeption, Planung und Durchführung von Projekten beraten. Diese Tätigkeit wird aus dem Projekt bezahlt. Weitere Mittel für die daraus resultierenden Projekte sind auch vorhanden. Für uns ist besonders interessant, welche konkreten Effekte wir mit diesem Programm erzielen. Daher ist eine wissenschaftliche Begleitung vorgesehen. Darüber findet auch ein Austausch mit den anderen fünf Bundesländern statt, die bisher an dem Programm „Kreativpotentiale“ teilnehmen. Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung des Programmes ein.“

22 Lehrkräfte und 47 Künstlerinnen und Künstler werden in diesem und im folgenden Jahr für die Beratung von Schulen, Kulturinstitutionen und Künstlerinnen und Künstlern tätig. Neben der Projektentwicklung in den verschiedenen Regionen in Schleswig-Holstein führen die Künstlerinnen und Künstler auch eigene Projekte in Schulen durch. Insgesamt gab es 37 Projekte an 30 Schulen in Schleswig-Holstein. Beteiligt waren Grundschulen und Gymnasien, die Projekte richteten sich an alle Altersstufen und umspannten die unterschiedlichen Sparten von Tanz bis Bildende Kunst. Teilweise wurden die Projekte in den Fachunterricht einbezogen und erweiterten somit die Fragestellungen im Deutsch oder Englischunterricht.

 

Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittler aus Stormarn und dem Kreis Herzogtum Lauenburg:

Name Vorname Gewerk Kreis
Adam Tim Designer/Grafiker RZ
Ammermann Eva Bildende Künstlerin RZ
Geschke Jörg-Rüdiger Lehrerin, D, MUS, Gest. RZ
Helbing Thomas Bildhauer, Zeichner,
Druckgrafik
OD
Hoffmann Aylissa Lehrerin, MUS, DEU OD
Martin Kathrin Lehrerin, Musik, Mathematik, Bläserklasse OD
Müller-
Leinweber
Maria Illustratorin OD
Stumpf Benjamin F. Bildender Künstler OD
Teske Heike Lehrerin, KUN, Geschichte RZ
Thomsen Christine-K. Musikpädagogin, Flötistin OD