Viel erreicht. Und es soll weiter gehen.

Britta Ernst referiert
Britta Ernst referiert

Bildungsministerin Britta Ernst in der Alten Schule in Wentorf:

Schleswig-Holstein hat große Schritte in Richtung 100 Prozent Unterrichtsversorgung gemacht, die Inklusion wird mit zusätzlichen Ressourcen unterfüttert, die berufliche Bildung wurde gestärkt und es gibt im Land einen Schulfrieden, für den es sich einzusetzen lohnt. Das waren einige Ergebnisse des  bildungspolitischen Abends bei der SPD Wentorf. Über 60 Interessierte waren der Einladung gefolgt, sich mit Bildungsministerin Britta Ernst und dem örtlichen Landtagsabgeordneten Martin Habersaat über die Qualität von Schule und Unterricht auszutauschen.

An den Schulen gibt es heute 2000 Planstellen mehr als von der Vorgängerregierung für 2017 vorgesehen. Nach einem Bildungsdialog gibt es nach der Grundschule zwei Säulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien, später ergänzt um die Beruflichen Schulen. Jugendberufsagenturen und eine bessere Verzahnung von Schule, Gewerkschaften und Wirtschaft sollen die berufliche Bildung stärken helfen. Immer wieder skizzierte Britta Ernst neben dem Erreichten auch Pläne für die kommenden Jahre. Dazu zählen die Einführung eines Sozialindex‘, nach dem Schulen mit besonderen Herausforderungen zusätzlich Ressourcen erhalten sollen und neue Anstrengungen im Ganztagsbereich.

Mehr Ressourcen gab und gibt es auch für die Inklusion. Schleswig-Holstein hatte den Eltern von Kindern mit besonderem Förderbedarf bereits in den 1990ern ein Wahlrecht eingeräumt, wie es das in Baden-Württemberg erst seit wenigen Jahren gibt. Die Länder seien unterschiedlich weit, betonte Britta Ernst, die konzeptionelle Maßnahmen der Landesregierung wie die Ausweitung der Schulsozialarbeit vorstellte und ankündigte, in den kommenden Jahren weitere 500 Stellen für Inklusion bereitzustellen. „Die Schulassistenzen an allen Grundschulen sind nur ein kleiner Teil dessen, was wir für Inklusion tun.“

Martin Habersaat, bis zu seinem Einzug in den Landtag Lehrer für Deutsch, Geschichte und PGW (Politik-Gesellschaft-Wirtschaft) an einem Gymnasium in Hamburg, gehärt seit 2009 dem Parlament an und ist stellvertretender Vorsitzender und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Er berichtete: „Bei den Koalitionsverhandlungen 2012 haben wir den gebundenen Ganztag bewusst ausgeklammert, weil wir zunächst das vorhandene Angebot an den Schulen mit ausreichenden Ressourcen ausstatten mussten. Damit werden wir in den nächsten Jahren fertig, dann können wir uns neue Ziele vornehmen.“ Durch viele neu geschaffene Stellen und die Ausweitung des pädagogischen Angebots werde die Suche nach Fachkräften zunehmend schwieriger. Auch hier müsse ein Arbeitsschwerpunkt der künftigen Regierung liegen. „Die Ausweisung zusätzlicher Studienplätze ist ein naheliegender Ansatz, hilft uns aber nicht, wenn die Absolventen anschließend nicht an unseren Schulen landen.“

In der anschließenden Diskussion ging es auch um den Trend zu längeren Auslandsaufenthalten von Abiturientinnen und Abiturienten. Britta Ernst unterstützte solche Schritte, für die früher oft Klasse 11 genutzt wurde, und hat sich zudem erfolgreich dafür eingesetzt, in Schleswig-Holstein ein „Freiwilliges pädagogisches Jahr“ einzuführen, das bei der Berufsorientierung helfen und junge Menschen für den Lehrerberuf gewinnen soll. Eltern der Gemeinschaftsschule Wiesenfeld in Glinde nutzten die Gelegenheit, sich bei der Ministerin nach dem Umgang mit Schulfusionen zu erkundigen. Ergebnis: Das Ministerium werde die Umsetzung sorgfältig begründeter, demokratisch legitimierter Entscheidungen unterstützen.

„Wir können stolz sein auf das, was wir in den vergangenen Jahren geschafft haben“, war das Fazit von Britta Ernst. Sie ließ aber auch keinen Zweifel daran, dass noch weitere Schritte zu einem gerechten Bildungssystem erforderlich seien und die SPD noch viele Ideen zu dessen Verwirklichung hat.

Oliver Jäger, Martin Habersaat, Britta Ernst, Wolfgang Jurksch
Oliver Jäger, Martin Habersaat, Britta Ernst, Wolfgang Jurksch

Foto: Oliver Jäger (Schüler am Gymnasium Wentorf), Martin Habersaat, Britta Ernst, Wolfgang Jurksch (Vorsitzender SPD Wentorf)