Zu Besuch bei der Stiftung Lebensweg in Bad Oldesloe

Hospiz Lebensweg
Hospiz Lebensweg

In Bad Oldesloe entsteht das erste stationäre Hospiz für Stormarn:

Was 2012 als Idee begann, wurde letzte Woche mit dem ersten Spatenstich Realität. „Wir schaffen einen Ort, an dem der Mensch gemeinsam mit seinen Angehörigen, seinen Freunden und allen, die ihm nahestehen, auf seinem letzten Lebensweg liebevoll und in Würde begleitet wird“, freut sich die Initiatorin Sabine Tiedtke. Auf dem Weg dorthin gab es viele Herausforderungen zu bestehen, aber auch viel Unterstützung. Seien es Geldspenden, Arbeitseinsätze oder Ideen; mit Hilfe der Sparkasse Holstein konnte die Sparkassen-Hospizstiftung Stormarn gegründet werden, von der Sparkasse ausgestattet mit einem Stiftungskapital von 1 Mio. Euro. Über die entstehende Einrichtung informierte sich jetzt der Reinbeker Landtagsabgeordnete Martin Habersaat in Bad Oldesloe.

Zwölf stationäre Hospizplätze sollen in der Kreisstadt entstehen, möglicherweise können es eines Tages 16 werden. Für den Kreis wird damit eine Angebotslücke geschlossen, die nächsten Hospize gibt es in Lübeck und Hamburg. Aber Sabine Tiedtke und die anderen Vereinsmitglieder planen viel mehr: Schulungsmöglichkeiten für Mitarbeiter und Ehrenamtliche wurden ebenso bedacht wie Veranstaltungen für die Öffentlichkeit und zahlreiche Angebote für Angehörige, bis hin zu zwei Appartements über den Gästezimmern. Zusätzlich wird das Palliativnetz Travebogen Räumlichkeiten in der Einrichtung beziehen und das Angebot mit den eigenen Möglichkeiten ergänzen. Martin Habersaat: „Ich bin beeindruckt von den Plänen, die Beschäftigung mit dem Tod ins Leben zu holen. Tod und Sterben betreffen uns alle, und es kann helfen, diese Themen zu enttabuisieren und über den Umgang damit zu diskutieren.“ Auch die Politik sei immer wieder mit solchen Themen befasst und auf gesellschaftliche Debatten angewiesen. Die Organspende sei da ebenso ein Beispiel wie die Frage von Bestattungsgesetzen, in denen beispielsweise der Friedhofszwang geregelt ist.

Der Hospizbetrieb wird zu 95 Prozent von den Krankenkassen finanziert, fünf Prozent müssen vom Träger kommen – eher mehr. Der Förderverein ist wichtig, um besondere Angebote für die Gäste zu ermöglichen. Beispielsweise könnte man auf besondere Wünsche beim Essen eingehen, den Rahmen für die Angehörigen möglichst angenehm gestallten oder vieles mehr. Heute hat der Verein Lebensweg 240 Mitglieder, über das Erreichen der 300 würden Sabine Tiedtke und Katja Balkenhol sich freuen. Wann das Hospiz seinen Betrieb aufnehmen kann, wird auch davon abhängen, wie die Bauarbeiten durch den anstehenden Winter beeinflusst werden.

Foto: v.l. Katja Balkenhol,  Martin Habersaat und Sabine Tiedtke betrachten die Pläne und das Modell für die Einrichtung.

Links:

http://lebensweg-stormarn.de

https://www.stiftungen-sparkasse-holstein.de/stiftungen/sparkassen-hospizstiftung-stormarn/

https://www.travebogen.de