Wohin führt dieser Weg? Die Bildungsministerin und der Lehrkräftemangel

Zu Erfolgsmeldungen der Bildungsministerin und zu tatsächlichen Lücken in der Versorgung mit Lehrerinnen und Lehrern sagt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

„Am 21. November trat die Bildungsministerin vor die Landespresse und sprach davon, auf einem „sehr guten Weg“ zu sein. Nur 130 Planstellen an den Schulen im Land seien unbesetzt. Die GEW-Vorsitzende Astrid Henke fragte sich zurecht, wohin dieser Weg denn führe, wenn er sehr gut sein soll. Schon Diderot wusste: ‚Wenn man einen falschen Weg einschlägt, verirrt man sich umso mehr, je schneller man geht.‘ In der Antwort auf eine Kleine Anfrage (19/180) teilte das Ministerium nun mit, dass am 4. März 2019 (solche Auswertungen sind laut Ministerium immer nur zu einem Stichtag möglich) 1.358 Menschen ohne Studienabschluss an den Schulen in Schleswig-Holstein unterrichtet haben. Wir sind diesen Menschen sehr dankbar, denn ohne ihren Einsatz und ihr Engagement sähe es düster aus. Wenn wir von der Vorstellung ausgehen, dass möglichst studierte Lehrkräfte unsere Kinder unterrichten solle, ist allerdings nicht die Zahl 130 ein Problem, sondern auch die Zahl 1.358. Wenn die Ministerin Besetzungsquoten feiern will, sollte sie das mit ehrlichen Zahlen tun. Da Frau Prien dazu neigt, negative Nachrichten ihren Vorgängerinnen in die Schuhe zu schieben, habe ich ausdrücklich nach der Entwicklung dieser Zahlen in den vergangenen fünf Jahren gefragt. Eine Antwort war leider nicht möglich. Im Januar 2018 waren es allerdings „nur“ 1.000 Lehrkräfte, die fehlten…“