Deutschland und der 8. Mai

Deutschlandflagge (Pixabay)

SPD-Landtagsfraktion fordert Bekenntnis zum 8. Mai als nationalem Gedenktag:

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht, der Zweite Weltkrieg fand in Europa ein Ende. Der erste Bundeskanzler, der aus Anlass dieses Tages eine Erklärung vor dem Deutschen Bundestag abgab, war Willy Brandt. Am 8. Mai 1970 formulierte er aus Anlass des 25. Jahrestags dieses Ereignisses mit Blick auf die Schrecken des Krieges und der Konzentrationslager: „Niemand ist frei von der Geschichte, die er geerbt hat.“ CDU und CSU hatten den Auftritt des Kanzlers mit dem Argument, Niederlagen feiere man nicht, zu verhindern versucht. 1985 war man weiter, am 40. Jahrestag bezeichnete Bundespräsident Richard von Weizsäcker den 8. Mai als „Tag der Befreiung“.

Seit 2015 ist der 8. Mai in Brandenburg offizieller Gedenktag. In Berlin war der 75. Jahrestag am 8. Mai 2020 einmalig ein gesetzlicher Feiertag. Esther Bejarano hat eine Online-Petition gestartet mit dem Ziel, den 8. Mai bundesweit zum Feiertag zu machen. Eine andere Petition fordert, den 8. Mai in Schleswig-Holstein zum Gedenktag zu machen. Dieser Forderung schließt sich die SPD-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein an. Martin Habersaat, stellvertretender Fraktionsvorsitzender: „Wir wünschen uns einen Gedenktag für ganz Deutschland, mindestens aber in Schleswig-Holstein.“ In welchem Geist dieser Tag begangen werden sollte, formulierte Richard von Weizsäcker 1985: „Der 8. Mai ist für uns vor allem ein Tag der Erinnerung an das, was Menschen erleiden mussten. Er ist zugleich ein Tag des Nachdenkens über den Gang unserer Geschichte. Je ehrlicher wir ihn begehen, desto freier sind wir, uns seinen Folgen verantwortlich zu stellen.“

Links: 

Rede von Willy Brandt, 8. Mai 1970

„Niederlagen feiert man nicht“

Rede von Richard von Weizsäcker, 8. Mai 1985

Petition von Esther Bejarano

Petition Schleswig-Holstein

Antrag der SPD-Landtagsfraktion, „Bekenntnis zum 8. Mai als nationaler Gedenktag“