Gemeingefährliche Fake News

Martin Habersaat, MdL

Martin Habersaat verurteilt Querdenker-Angriff auf Glinder Seniorenheim:

Die Meldung tauchte zum Jahresende auf einer „Querdenker“-Facebookseite aus Rostock auf und kursierte für kurze Zeit auch in Glinder Facebook-Gruppen. Sie ist falsch. Und trotzdem erzielt sie Wirkung – Fake News haben jetzt auch ein Seniorenheim in Glinde erreicht. Unter dem Namen „Robert Blum“ (1807-1847, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, für das Profil wird auch ein Bild des historischen Robert Blum genutzt) behauptet ein sogenannter Querdenker, in einer Glinder Heimeinrichtung habe es Zwangsimpfungen gegeben. Die Quelle? Schon da ist sich Robert Blum unsicher: In den ersten Zeilen ist es eine anonyme Mitarbeiterin, weiter unten eine als „ältere Dame“ bezeichnete Heimbewohnerin. Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek: „Nach den Flugblättern vor Schulhöfen wurde von den sogenannten Querdenkern jetzt ein neues Agitationsfeld gefunden: Seniorenheime. Solche Fakenews verunsichern Menschen und führen schlimmstenfalls dazu, dass die Menschen angegriffen werden, die wir in der Pandemie am dringendsten brauchen: Medizinisches Personal und Pflegekräfte. Deshalb finde ich es wichtig, sich auch öffentlich gegen solchen gemeingefährlichen Unsinn zu stellen und die Urheber zu verurteilen.“

Die Impfung gegen das Coronavirus ist freiwillig. Die Reihenfolge der Impfungen ist in einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt, die auf der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut (RKI) aufbaut. Diese Rechtsverordnung ist am 15. Dezember 2020 in Kraft treten. Eine Priorisierung ist notwendig, weil zunächst nicht ausreichend Impfstoff zu Verfügung steht, um alle Menschen zu impfen, die das wünschen. Nach der Impf-Verordnung werden zuerst die über 80-Jährigen sowie die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen geimpft. Auch das Personal dieser Häuser und Beschäftigte im Gesundheitswesen, die einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, gehören zu der ersten Gruppe. Habersaat: „Und natürlich werden vor solchen Impfungen die notwendigen Aufklärungsgespräche geführt. Mit den Senioren selbst, und da, wo das nicht mehr möglich ist, mit den Betreuungspersonen.“

„Ich selbst werde mich impfen lassen, sobald ich an der Reihe bin“, betont Habersaat. „Die Impfungen schaffen endlich einen Silberstreif am Horizont. Ich hoffe sehr, dass im Laufe des Jahres 2021 wieder viel von unserem normalen Leben zurückkehrt – mit Veranstaltungen, Kultur und persönlichen Begegnungen.“