Die Suck’sche Kate in Gefahr

Baugenehmigung ausgelaufen, Zustand verschlechtert:

Vier eingetragene Kulturdenkmale gibt es in Glinde: Die ehemalige Kupfermühle mit Wehr, das Gutshaus, die Strohdachsiedlung „Oher Weg“ und die Suck’sche Kate. Doch während sich um die Mühle die Stadt und ein Verein kümmern, um das Gutshaus eine Stiftung und um die Siedlung die Baugenossenschaft Freier Gewerkschafter, befindet sich die Kate in Privatbesitz und gibt ein trauriges Bild ab. Der örtliche Landtagsabgeordnete Martin Habersaat, stellvertretender Vorsitzender und kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion, hatte zuletzt im Sommer 2019 die Landesregierung um eine Einschätzung der Situation gebeten. Diese sah die Denkmalsubstanz damals nicht gefährdet. Martin Habersaat: „Jetzt habe ich erneut gefragt, und nun liest es sich anders (Drucksache_19-2688). Das Dach macht Sorgen, eine Tür ist zerstört und das Gebäude wirkt nicht so, als würde es noch lange so stehenbleiben. Die Suck’sche Kate ist in Gefahr und wir müssen Wege zu ihrer Rettung finden!“

Kurz vor der letzten Anfrage hatte der Eigentümer bei einem gemeinsamen Ortstermin mit den Denkmalbehörden den Beginn der behördlich bereits genehmigten Sanierung der Kate angekündigt. Leider hat er diese Ankündigung nicht umgesetzt. Im September 2019 wurde ihm die Notsicherung des Daches für den bevorstehenden Winter aufgegeben. Im November 2019 fand daraufhin eine Begehung unter beratender Beteiligung der obersten Denkmalschutzbehörde statt, bei der festgestellt wurde, dass die Sicherung nicht durchgeführt worden war. Daraufhin wurde ein Zwangsgeld verhängt. Im September 2019 wurden die geforderten Sicherungsmaßnahmen vom Eigentümer durchgeführt. Nach Auslaufen der Baugenehmigung im Juni 2020 wurden dem Eigentümer im Oktober 2020 weitere Notsicherungsmaßnahmen am Reetdach sowie im Dezember 2020 erstmalig auch die Sicherung einer zerstörten Tür aufgegeben. Entsprechende Fristen liefen bis 2021. Habersaat: „Es sieht nicht so aus, als sei etwas passiert.“

Was kann getan werden, um die Kate zu erhalten? Die Landesregierung sieht derzeit nur die Möglichkeit, durch die Anordnung von Sicherungsmaßnahmen den drohenden Verfall zu vermeiden. Und die Stadt Glinde prüft Möglichkeiten, einen alten Fehler auszubügeln: 2012 verzichtete sie darauf, ihr Vorkaufsrecht auszuüben und die Kate in den Besitz der öffentlichen Hand zu bringen. „Die SPD Glinde versucht seit Jahren, die Suck’sche Kate zu retten. Gemeinsam mit den Grünen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern wurden viele Aktionen gestartet, um auf das Problem aufmerksam zu machen“, berichtet der Glinder SPD-Vorsitzende Frank Lauterbach. „Rechtsgutachten wurden eingeholt, Rückkaufangebote unterbreitet, ein Enteignungsverfahren geprüft, die Grünen haben eine Bürgerinitiative gegründet. Bisher zeigte keine dieser Maßnahmen Erfolg.“

Die Suck’sche Kate

Am 24. März 1894 wurde der Schuhmacher Hinrich Suck zum Gemeindevorsteher Glindes gewählt. Er blieb es für 28 Jahre. Seine Schusterwerkstatt und die gute Stube des Hauses dienten in diesen Jahren als Büro und Gemeindekasse. Auch Sprechstunden fanden hier statt. Nach dem Tod des „olen Suck“ 1939 bleib das Haus im Familienbesitz, wurde bis 2011 von einer Enkelin Sucks bewohnt. Seit 2012 ist es im Besitz eines Hamburgers, der es nach eigener Aussage herrichten möchte. Der Fachwerkbau mit reetgedecktem Halbwalmdach wurde 1855 errichtet, unter Verwendung von Teilen des aus dem Jahr 1813 stammenden Vorgängerhauses. Das Fachwerkgerüst und die Raumstruktur im Innern sind erhalten. Zum Schutzumfang gehören laut Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein die Kate selbst, das aus Backstein errichtete Nebengebäude und die sechs Hauslinden.

Foto: Der Landtagsabgeordnete Martin Habersaat sorgt sich um die Suck’sche Kate. Eines von nur vier eingetragenen Kulturdenkmalen in Glinde.

Links:

Zuletzt hatte sich Habersaat im Sommer 2019 nach der Lage erkundigt. Damals schätzte die Landesregierung die Denkmalsubstanz nicht als gefährdet ein. https://www.martinhabersaat.de/2019/07/12/sucksche-kate-in-glinde-keine-hilfe-von-der-landesregierung-in-sicht/

Antwort der Landesregierung auf die erste Kleine Anfrage von Martin Habersaat

Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein

Das Stadtmarketing Glinde über die Suck’sche Kate