Corona-Impfungen in Schleswig-Holstein

Wie ist der Stand? Wie geht es weiter? Wann öffnet Reinbek?

Es läuft nicht rund mit dem Impfen im Deutschland, aber langsam wird es besser. Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion: „Manche Schwierigkeiten können kurzfristig behoben werden, andere nicht.“ Es sei eine gute Idee gewesen, in der Europäischen Union den Impfstoff gemeinsam zu bestellen. Ein Fehler war es, Verträge später zu unterschreiben als andere und an der falschen Stelle sparen zu wollen. „Jetzt ist zu wenig Impfstoff da und wird nur langsam besser.“ Kritisch sah der Abgeordnete auch die anfängliche Terminvergabe für Senioren über das Internet und Telefon-Hotlines. Habersaat: „Glücklicherweise ist die Landesregierung inzwischen auf unseren Vorschlag eingegangen, die Senioren aktiv anzuschreiben. Inzwischen wurden 72.348 Menschen der Personengruppe ü80 angeschrieben – beginnend mit über 88-Jährigen. Davon haben inzwischen 15.509 Menschen ihre Termine vereinbart. In dieser Woche werden gestaffelt Briefe an Personen älter als 85 Jahre versendet.

Viele Rückfragen erreichen den Abgeordneten zur Eröffnung des Impfzentrums in Reinbek, zumal die nächsten geöffneten Zentren in Bad Oldesloe und Alt-Mölln aus dem Süden des Landes schwer zu erreichen sind. Habersaat: „Es war eine Entscheidung der Landesregierung, das Angebot erst auf ein Impfzentrum pro Kreis zu konzentrieren. Leider konnten wir bisher nicht erreichen, auch das Reinbeker Impfzentrum quasi als Süd-Stützpunkt tageweise zu öffnen. Das muss spätestens am 1. März anders werden. Die Regierung sollte die Öffnung nicht von der Zahl der gelieferten Impfdosen abhängig machen, sondern die vorhandenen Dosen so verteilen, dass in der Fläche Impfangebote gemacht werden können und lange Fahrten vermieden werden.“ Die SPD hat beantragt, die Fahrtkosten für die Fahrt zum Impfzentrum durch das Land zu übernehmen, dafür gibt es bisher keine Mehrheit. Habersaat: „Glücklicherweise macht der Kreis Stormarn ein entsprechendes Angebot. In einigen Fällen tragen auch Krankenkassen die Transportkosten. Und zwar für Menschen, die einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen AG, BL, H besitzen und für alle, die bei der Pflegeversicherung den Pflegegrad 3, 4 oder 5 innehaben.“

Weitere Informationen:

Zum 9. Februar 2021 waren in Schleswig-Holstein 90.793 Erstimpfungen und 33.032 Zweitimpfungen durchgeführt. Die erste Priorisierungsgruppe (laut Corona-Impfverordnung) zählt in Schleswig-Holstein ca. 345.000Personen.

Dadurch, dass die Erstimpfungen in stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen nahezu abgeschlossen sind, folgen nun Einrichtungen der Eingliederungshilfe, der Tagespflege und der ambulant betreuten Wohnformen für Ältere. Diese werden angeschrieben und erhalten die Möglichkeit, sich für eine Impfung anzumelden.