Optimierung des Schienenverkehrs

S21

Landesregierung stellt Gutachten vor – aber noch nicht ganz:

Die Landesregierung hat das lang erwartete Gutachten zur Optimierung des Schienenverkehrs in Schleswig-Holstein vorgestellt – aber nur ein bisschen. Enttäuscht zeigte sich der Reinbeker Landtagsabgeordnete Martin Habersaat über zu wenig Transparenz und zu viel Hinhaltetaktik. Aktuell seien konkrete Rückschlüsse auf künftige Verbesserungen und ihre Umsetzungszeitpunkte kaum möglich. Das gilt auch für die von der SPD geforderte Taktverdichtung der S21. Habersaat: „Leider wurde dem Wirtschafts- und Verkehrsausschuss nur eine zusammenfassende PowerPoint Präsentation gezeigt, das ganze Gutachten wird noch immer unter Verschluss gehalten.“ Eine positive Kernbotschaft immerhin machte er aus: „Die größten Effekte für eine Steigerung der Fahrgastnachfrage lassen sich mit Maßnahmen im Hamburger Umland erreichen. Das überrascht uns nicht, aber jetzt haben wir es einmal mehr schriftlich.“

Eine Reaktivierung der Strecke Geesthacht – Bergedorf wurde ebenso untersucht wie ein zweigleisiger Ausbau der Strecke Neumünster – Bad Oldesloe. Für nahezu alle S-Bahnen, auch die S21 über Bergedorf hinaus nach Reinbek, Wohltorf und Aumühle, wurde im Gutachten ein 10-Minuten-Takt angenommen. Allerdings prüften die Gutachter zunächst nur, ob und wie viele neue Fahrgäste zu erwarten wären. Eine Kosten- Nutzen- Berechnung, auch unter Berücksichtigung ökologischer Effekte, gab es noch nicht. Und weil ein „landesweit integriertes Konzept“ geprüft wurde, gab es auch keine Aussagen zu erwarteten Fahrgastzahlen bei der Umsetzung einzelner Maßnahmen. Insgesamt sei eine Steigerung um ein Drittel möglich, so die Experten. Habersaat: „Es bleibt zunächst beim allgemeinen Fazit: Verbesserte Angebote können gerade im Hamburger Rand mehr Menschen in den Schienenpersonennahverkehr bringen. Das gilt auch für die S21.“

Jetzt müsse man wieder warten. Auf die Vorlage des kompletten Gutachtens und auf die Vorschläge der Landesregierung für den neuen landesweiten Nahverkehrsplan (LNVP). Aber zumindest hier gibt es schon Übung im Warten – der letzte LNVP galt eigentlich nur bis 2017, seitdem konnte sich die Landesregierung nicht auf einen neuen verständigen. Das soll dieses Jahr im Herbst anders werden…

Diese Präsentation wurde dem Ausschuss gezeigt