Fake News machen kein Kind glücklich

Foto: Grundschule (pixabay)

Nachdem Ende 2020 „Maskengegner“ Flugblätter vor Schulhöfen verteilten, haben die Querdenker nun das Medium gewechselt: In Reinbek und anderswo hängen plötzlich Plakate der Initiative „Eltern stehen auf“ in der Nähe von Schulen und Kindertagesstätten. In den Überschriften geht es den Initiatoren um glückliche Kinder. „Und wer wollte keine glücklichen Kinder?“, fragt Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek und Vater von zwei Jungs im Kindergartenalter. „Die Mittel dieser Initiative führen aber aus meiner Sicht eben nicht glücklichen Kindern – zu Beginn der dritten Corona-Welle wird dort Propaganda gegen Schutzmasken, gegen das Abstandhalten und gegen Impfungen gemacht. Auf den Webseiten der Initiative ist von ‚Impf-Wahn‘ die Rede und wie bei jeder guten Verschwörungstheorie wird auch Bill Gates zitiert.“

An verschiedenen Stellen wird für das Buch „„Corona Fehlalarm?“ geworben und der Anschein erweckt, auf wissenschaftlicher Grundlage zu argumentieren. Dazu müsse man wissen: Dessen Autorin ist Biologie-Professorin an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel. Die CAU veröffentlicht auf ihren Webseiten mehrere Stellungnahmen zu diesem Titel. Die Fachschaft Medizin fasst zusammen: „Das Buch ist wissenschaftlich nicht haltbar“. Mit vielen rhetorischen Fragen, mit unspezifischem Geraune und mit viel Polemik werde eine Projektionsfläche für Verschwörungstheoretiker aufgebaut. Die Fachschaft Biologie spricht dem Buch ebenfalls die Einhaltung wissenschaftlicher Standards ab. Habersaat: „Im Landtag haben wir inzwischen mehrere Anhörungen mit Expertinnen und Experten unterschiedlicher Professionen durchgeführt, weil auch wir uns -parteiübergreifend- so viel Normalität wie möglich wünschen. Die Zusammenfassung der Ergebnisse lautet: Maske tragen, Abstand halten und Impfen sind drei wesentliche Bausteine, um diese Pandemie hinter uns zu lassen. Und wenn das geschafft ist, werden nicht nur die Kinder, sondern wir alle froh sein. Fake News und dubiose Aktionen machen aber kein Kind glücklich.“