Wentorf auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Martin Habersaat zu Besuch bei Bürgermeister Dirk Petersen:

Jedes Jahr im Sommer nutzt der Reinbeker Landtagsabgeordnete Martin Habersaat die etwas ruhigeren Tage, um die Bürgermeister in seinem Wahlkreis zu besuchen und abseits von Tagesordnungen und dringenden Anliegen langfristige Entwicklungen zu besprechen und sich über die Themen vor Ort zu informieren. Den Auftakt zur Tour 2021 machte nun ein Besuch bei Wentorfs Bürgermeister Dirk Petersen. Eine Neuerung seit dem letzten Besuch des Abgeordneten waren die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, die nun eine Wand im Bürgermeisterbüro schmücken und als Hintergrund für das gemeinsame Foto dienten.

Dieser optische Ansatz ist nicht der einzige Weg, auf dem Dirk Petersen die Gedanken der Nachhaltigkeit in Wentorf umzusetzen versucht. Derzeit laufen beispielsweise Gespräche mit den großen Wohnungsgesellschaften in der Gemeinde, um eine CO2-Reduktion in den einzelnen Stadtteilen zu erreichen. Petersen: „Glücklicherweise haben wir gute Kontakte zu den meisten Unternehmen und stoßen hier auf große Bereitschaft, mitzumachen.“ Diese Bereitschaft ist wichtig, weil es letztlich die Hauseigentümer sind, die über die Wirtschaftlichkeit der Heizungsanlage und die Dämmung des Hauses entscheiden. Deshalb waren sich der Abgeordnete und der Bürgermeister mit ihrer Kritik an der CDU-Bundestagsfraktion einig. Habersaat: „Künftig wird ein CO2-Aufschlag auf die Heizkosten fällig. Dieser sollte nach Regierungsplänen gerecht auf Mieter und Vermieter aufgeteilt werden. Die CDU-Fraktion setzte jedoch durch, dass nunmehr allein die Mieter dafür aufkommen müssen. Das versteht man besser, wenn man weiß, dass die Immobilienwirtschaft für einen Großteil der Spenden an die CDU verantwortlich ist.“

In Auftrag gegeben ist eine Mobilitätsanalyse für Wentorf, die auch mithilfe anonymer Handydaten die Wege und Bedarfe der Menschen erfassen soll. Petersen: „Diese Analyse kann dann die Grundlage für einen Verkehrsentwicklungsplan sein, um Strecken in der Gemeinde zu optimieren und Gespräche mit unterschiedlichen Mobilitätsanbietern wie Fahrdiensten und Carsharing-Unternehmen zu führen.“ Viele Angebote, die es in Hamburg gibt, enden derzeit an der Landesgrenze. Martin Habersaat: „Es ist auch eine Aufgabe der Landespolitik, hier die Zusammenarbeit mit Hamburg zu suchen. Hamburg wird nicht den Service für Schleswig-Holsteiner*innen finanzieren, wird aber an einer Ausweitung der Angebote in die Metropolregion sicher interessiert sein.“ Ein weiteres Projekt ist der Bau der neuen Feuerwehrwache in Wentorf in Holzbauweise. Auch mit diesem ersten Projekt seiner Art in Schleswig-Holstein will die Gemeinde ein Zeichen für nachhaltiges Bauen setzen.