In Glinde werden straffällig gewordene Jugendliche unterstützt

Seit dem Frühling betreut Dania Hinnaui im Gemeinschaftszentrum Sönke-Nissen-Park Stiftung in Glinde straffällig gewordene Jugendliche und hilft ihnen im Auftrag des Kreises, „zurück in die Spur“ zu finden. Der örtliche Landtagsabgeordnete Martin Habersaat und der Glinder Kreistagsabgeordnete Frank Lauterbach besuchten die studierte Sozialarbeiterin im Gutshaus, um mehr über ihre Arbeit zu erfahren, über Methoden, Entwicklungen und Probleme. Sie gingen mit einem Bündel von Ideen, die Dania Hinnaui ihnen mit auf den Weg gab.

Derzeit werden im Rahmen des Projekts zehn junge Menschen zwischen 17 und 22 Jahren betreut, die alle aus dem Süden Stormarns stammen. Eine Frau ist dabei und ein junger Mann mit Migrationshintergrund. Delikte wie Brandstiftung, Betrug, Körperverletzung oder Diebstahl brachten sie hierher, jetzt wollen sie ihr Leben neu ausrichten. Hinnaui: „Es geht darum. Perspektiven zu entwickeln: Was ist mit dem Schulabschluss? Was ist mit einer eigenen Wohnung? Welchen Beruf strebe ich an?“ Die allermeisten straffällig gewordenen Jugendlichen haben keinen Schulabschluss – ein Punkt, um den sich der Bildungspolitiker Martin Habersaat kümmern will. „Für Menschen unter 18 gibt es an unseren Schulen viele Möglichkeiten, einen Schulabschluss zu erreichen. Danach wird es schwieriger und häufig auch kostenpflichtig.“ Neue, niedrigschwellige  Möglichkeiten in Südstormarn würden nicht nur den Betroffenen helfen, sondern auch der Gesellschaft insgesamt, waren sich Hinnaui und ihre Gäste einig.

Neben der Einzelarbeit würde Hinnaui auch gerne Angebote für kleinere Gruppen machen, Exkursionen hat sie bereits in ihr Programm aufgenommen. „Es muss auch immer um einen Mehrwert für die jungen Menschen gehen und auch aus ihrer Perspektive sinnvoll sein“, ist sich Hinnaui sicher. Deshalb ist sie auch stets auf der Suche nach Arbeitsgelegenheiten, in deren Rahmen sich die vom Gericht oft verhängte gemeinnützige Arbeit ableisten lässt. Der Glinder Bauhof und die Tafel sind zwei davon. Einige junge Menschen finden in ihren Einsatzstellen eine ehrenamtliche Tätigkeit, der sie weiter nachgehen, andere entwickeln Ideen für berufliche Ziele. Ein weiterer Wunsch: schnelle Verfahren. Frank Lauterbach: „Wer mit 17 etwas anstellt, darf nicht erst mit 22 bei der Straffälligenhilfe landen – leider ist dem aber noch zu häufig so.“