Zu Besuch im Reinbeker Tierheim

Tierherberge Einhorn e.V. plant neue Auswilderungsvoliere

Es gibt viel Grün, eine kleine Sitzecke für die Ehrenamtlichen und viel Platz für die Herbergsgäste. Die Tiere stehen seit 2007 im Mittelpunkt bei der Tierherberge Einhorn e.V. in Reinbek. „Etwa 40 freiwillige Helferinnen und Helfer und ein Azubi kümmern sich um die Tiere“, berichtet die Vereinsvorsitzende Karen Schönbrodt ihren Besuchern. Der Reinbeker Landtagsabgeordnete Martin Habersaat und sein für Tierschutz zuständiger Fraktionskollege Stefan Weber aus Sievershütten sind gekommen, um sich über die Arbeit des Vereins und etwaige Änderungen in der Corona-Zeit zu informieren. Bei einem Rundgang sehen sie artgerechte Ställe für Kaninchen und Meerschweinchen, Katzenzimmer mit großzügigem Auslauf, Volieren für Wellensittiche und Kleinpapageien und Quarantäneräume für die neuen und kranken Tiere. Bobby, der einzige Hund, der momentan in der in der Herberge lebt, könnte aus drei Hundezimmern mit eigenem Garten wählen.

Corona hat in Reinbek nichts zum Schlechteren verändert – da ist Karen Schönbrodt ein bisschen stolz auf ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger. Es kommen keine Tiere, die in Zeiten des Lockdowns unbedacht angeschafft wurden. „Das haben wir zum Glück auch in der Urlaubszeit und nach Weihnachten hier nicht“, berichtet sie. Mehr Anfragen gab es von Menschen, die Tiere aufnehmen wollten – aber die Vergabe erfolgte nach denselben strengen Kriterien wie immer. Mit viel Zeit, gegenseitigen Besuchen und Klärung der nötigen Voraussetzungen. Das würde sich Karen Schönbrodt immer wünschen, wenn es um Tiere geht. „Es sollte nicht sein dürfen, dass man Tiere auf einer Tierbörse oder im Laden spontan mitnehmen kann.“ Neben der Eignung der Halter seien noch viele andere Fragen zu beachten – nötiger Auslauf etwa oder der Umstand, dass zum Beispiel Kaninchen oder Wellensittiche nur in Gruppen gehalten werden sollten. „Hier werden die Fundtiere liebevoll und mit sehr viel Engagement versorgt und betreut, dass merkt man schnell“, sagt Stefan Weber. Die gute Arbeit wirke sich auch auf die Vermittlung von Fundtieren aus und sorge dafür, dass es keine Rückläufe von vermittelten Tieren gebe. „Die Forderung, Tierhandel auf Börsen, im Internet und durch Zoohandlungen vernünftig und zum Wohle der Tiere zu regulieren, ist richtig. Hier müssen wir uns für eine bundesweite Regelung einsetzen, denn nur die sorgt für einen effektiven Tierschutz.“

Das neueste Vorhaben des Einhorn-Teams ist der spendenfinanzierte Bau einer großen Auswilderungsvoliere für Raben, Eichhörnchen, Kaninchen und andere. Wer den Bau der Auswilderungsvoliere unterstützen oder dem Tierheim auf andere Weise helfen möchte, findet hier Informationen: https://www.einhornev.de/cms/.

Foto: Stefan Weber, Martin Habersaat und Karen Schönbrodt (mit Mailin) in den Abgrenzungen der geplanten Auswilderungsvoliere