Raum für Gespräche und Fragen geben


Wladimir Putin hat einen Krieg angefangen, mitten in Europa. Kinder und Jugendliche bekommen das auf verschiedenste Weise mit und brauchen Raum für Gespräche und Fragen, sagt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, selbst gelernter Lehrer: „Kinder und Jugendliche sehen im Fernsehen und auf Titelseiten, hören im Radio und bei den Gesprächen Erwachsener vom Krieg. Aber nicht nur dort. Auf TikTok und Instagram sind ungefilterte Kriegsvideos sehen. Sie werden ungefragt in den Stream gespielt und zeigen echte Waffen und echte Opfer. Eltern und Schulen kommt in so einer Situation die Verantwortung zu, Raum für Gespräche und Fragen zu schaffen.“ Wichtig sei, altersgemäße Nachrichten gemeinsam anzusehen und zu besprechen, teilweise müssten Informationsquellen der Kinder hinterfragt und vielleicht auch die Jugendschutz-Einstellung in mancher Anwendung überprüft werden.

In dieser Situation sei es wichtig, dass das Bildungsministerium den Lehrkräften den Rücken freihalte und an den Schulen viele Möglichkeiten für Gespräche über den Krieg geschaffen werden, so der Reinbeker Abgeordnete. „Es ist richtig, dass das Bildungsministerium die Schulen in einem Brief darum gebeten hat, dieses Thema zum Gegenstand des Unterrichts zu machen. Viele Schulen hatten das auch ohne diese Aufforderung längst getan, gute Beispiele höre ich von vielen Schulen im Land. Wichtig ist beispielsweise auch, russischstämmige Schülerinnen und Schüler vor Anfeindungen zu schützen. Es ist Putins Krieg.“ Jetzt müssten die Vorbereitungen anlaufen, aus der Ukraine ankommende Vertriebene an den Schulen in Schleswig-Holstein aufzunehmen, mit DaZ-Angeboten und angemessener psychosozialer Betreuung.

Der Landtag hat in seiner letzten Sitzung den Angriffskrieg auf die Ukraine verurteilt (Drucksache 19/3662 (neu)). In den kommenden Wochen und Monaten werde es im Parlament um konkrete Folgen des Krieges für Schleswig-Holstein gehen, ist sich Habersaat sicher. Das reiche von der Aufnahme von Vertriebenen aus der Ukraine über die Umstellung der Energieversorgung – der Bau eines Flüssiggas-Terminals in Brunsbüttel war Teil der Regierungserklärung von Olaf Scholz, die CDU wird ihren Widerstand gegen die Windenergie aufgeben müssen – bis hin zur Neuausrichtung internationaler Partnerschaften. Seit 1999 besteht beispielsweise eine Partnerschaft des Landes Schleswig-Holstein mit der Oblast Kaliningrad. Auch über humanitäre Hilfen für die Ukraine müsse geredet werden.

 

Kinder- und jugendgerechte Informationen finden sich beispielsweise hier:

https://www.wdrmaus.de/extras/mausthemen/ukraine/index.php5

https://www.kika.de/kika-aktuell/krieg-in-der-ukraine-eure-fragen-102.html

https://www.lpb-bw.de/ukrainekonflikt

https://www.unicef.de/informieren/schulen/unterrichtsmaterial/-/kinder-und-krieg/107388