Fast jede dritte Lehrkraft lässt ihr digitales Endgerät ungenutzt

Lehrer (Pixabay)

Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, erkundigte sich bei der Landesregierung nach den digitalen Endgeräten für Lehrkräfte, die ein Teil des DigitalPakts von Bund und Ländern waren. Heraus kamen interessante Zahlen und Fakten:

Mit Stand vom 29.09.2022 sind 27.823 Endgeräte für Lehrkräfte an 682 Schulen ausgeliefert worden. Weitere 1.677 Endgeräte sind bestellt, aber noch nicht ausgeliefert. In Betrieb genommen hatten an diesem Tag ihr Endgerät allerdings erst 19.385 Lehrkräfte (knapp 70%). Das kann verschiedene Gründe haben. Entweder sie haben es von der Schule noch nicht ausgehändigt bekommen (diesen Grund nennt die Landesregierung), sie sind noch nicht dazu gekommen oder sie wollten es bisher nicht. In der Aus- und Weiterbildung spielen die Geräte bislang jedenfalls keine Rolle – das sollte ändern, wer es mit der Digitalisierung unserer Schulen ernst meint.

Über kurz oder lang werden alle Lehrkräfte zum dienstlichen Gerät wechseln (müssen), sofern sie eines haben. Denn: ‚Sofern ein dienstliches Endgerät zur Verfügung gestellt wurde, erlischt gemäß § 14 Abs. 7 SchulDSVO eine nach § 14 Abs. 1 SchulDSVO erteilte Genehmigung zum Einsatz eines privaten informationstechnischen Geräts.‘

Die Zahl der vorinstallierten bzw. nachinstallierbaren Apps steigt kontinuierlich. Das Office-Paket von Microsoft kann allerdings nur genutzt werden, wenn der Schulträger über die entsprechenden Lizenzen verfügt und die Bereitstellung selbst oder über einen Dienstleister vornimmt. Wie gut das in der Praxis umsetzbar ist und wie viele Schulträger von der Möglichkeit eines dezentralen Administrationskontos Gebrauch machen, wird sich ebenso zeigen müssen wie die Praktikabilität einer weitere Vorgabe: Grundsätzlich gilt, dass Software, die nicht durch das Land bereitgestellt wird, nur nach Freigabe und Genehmigung durch die Schulleitung installiert werden darf. Es wäre interessant zu erfahren, wie viel Arbeitszeit ihrer Schulleitungen Frau Prien für das Prüfen von Software vorgesehen hat. In Sachen Office-Paket gibt es einen zeitsparenden Hinweis: Die Nutzung der im Installationspaket enthaltenen Komponenten OneDrive, MS Teams und Skype for Business sowie die Verwendung eines Microsoft-Kontos und die Nutzung von Microsoft Office 365 wird als unzulässig angesehen.

Weitere Zahlen:

  • Bisher wurden 40 Endgeräte gestohlen, in zehn Fällen wurde das Zubehör entwendet und drei Endgeräte sind zu Bruch gegangen. Das Land sorgt für Ersatz, bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit wird dem Nutzer eine Rechnung gestellt.
  • iPads sind am beliebtesten (9.995 ausgelieferte Geräte), es folgen Surface: 9.953, HP 14 Zoll Notebook: 4.718, HP 15 Zoll Notebook: 3.157.

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