Ganztagsbetreuung im Grundschulalter früher umsetzen 

Martin Habersaat in Lauenburg

SPD will Betreuungslücken schließen:

Das Kita-Jahr endet am 31. Juli jeden Jahres. Was machen Eltern, deren Kinder im 2024 oder 2025 erst im September eingeschult werden? In den kommenden Jahren werden jeweils etwa 25.000 Kinder eingeschult, für die keine Betreuungslücken entstehen sollen. Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Landtagsabgeordneter aus Reinbek: „Die Landesregierung möchte das Problem zulasten von Eltern lösen, deren Kinder in diesen Jahren neu in den Kindergarten kommen. Die SPD hat einen anderen Vorschlag. Wir wollen die ohnehin anstehende Ganztagsbetreuung an den Grundschulen früher umsetzen.“

Darum geht es: Die Sommerferien der Länder werden in einem mehrjährigen Rhythmus von einer Länderarbeitsgruppe  abgestimmt und von der Kultusministerkonferenz beschlossen. 2023 beginnen drei „späte Jahre“ für Schleswig-Holstein. Dieses Jahr enden die Sommerferien am 28. August, 2024 am 31. August und 2025 am 6. September. Die Einschulung in die erste Klasse findet in der Regel am Mittwoch nach dem Schulbeginn statt, 2025 also am 10. September. Für Eltern entsteht damit eine Betreuungslücke von über einem Monat. Habersaat: „Die Lösung der Regierung lautet bislang, die  Einrichtungsträger sollen sich ‚einstellen‘  – wie das gehen soll, bleibt das Geheimnis der Landesregierung – und man will im Kitagesetz klarstellen, dass das Recht auf einen Kitaplatz bis zum Schuleintritt besteht.“ Eltern von angehenden Schulkindern könnten durch eine Änderung ihrer Betreuungsverträge das Problem also lösen, genau genommen geben sie es aber nur weiter an die Eltern jüngerer Kinder, die dann entsprechend länger auf einen Kita-Platz warten müssten.

Die SPD hat für die Januar-Sitzung des Landtags folgende Lösung beantragt: Die Regierung soll die Vorbereitungen für die Umsetzung des Rechtsanspruches auf die ganztägige Förderung von Kindern im Grundschulalter intensivieren und eine Ganztagsbetreuung in der Grundschule für alle Schüler*innen der ersten Klassen bereits mit dem Schuljahr 2024/25 umgesetzten. Wenn 2026 der vom Bund beschlossene Rechtsanspruch greift, wären das Verfahren in Schleswig-Holstein schon zwei Jahre lang eingeübt und womöglich mehr Fachkräfte gefunden. Viele Grundschulen haben schon ein Ganztagsangebot und könnten dieses bis Sommer 2024 entsprechend ausbauen. Habersaat: „Allerdings hat die AG Ganztag unter dem Vorsitz von Bildungsministerin Prien zuletzt im Sommer 2021 getagt – in dem Tempo wird es nichts. Es ist höchste Zeit, dass die Landesregierung hier mehr Kraft investiert.“ Kostenargumente gegen seinen Vorschlag will Habersaat nicht akzeptieren: Teuer sei vor allem die Idee der Landesregierung, Kinder über drei Jahre länger in den Krippengruppen zu belassen, bis die Plätze in den Elementargruppen frei werden. Das hieße zudem, dass auch im U3-Bereich Eltern länger auf einen Platz für ihr Kind warten müssten.

 

Material:

Antrag 20/583

https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl20/drucks/00500/drucksache-20-00583.pdf

Kleine Anfrage 20/496

https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl20/drucks/00400/drucksache-20-00496.pdf